Zum Hauptinhalt springen

Teslas Drahtseilakt in Deutschland

Elon Musk darf bauen, aussergewöhnlich schnell, aber gerichtlich abgesichert.

Das Bewilligungsverfahren war ­rekordverdächtig schnell: Tesla auf einer Baustrasse neben Kiefernstämmen auf dem künftigen Gelände der Gigafactory in Grünheide. Foto: Keystone
Das Bewilligungsverfahren war ­rekordverdächtig schnell: Tesla auf einer Baustrasse neben Kiefernstämmen auf dem künftigen Gelände der Gigafactory in Grünheide. Foto: Keystone

Elon Musk, der Chef des amerikanischen Autobauers Tesla, gilt als recht rabiat, als einer, der mit Wucht ­durchsetzt, was er will. Nun will er bei Berlin die vierte Gigafabrik seines Unternehmens bauen. Das Grundstück dafür war mit Kiefern bepflanzt, und steht man dort, sieht es so aus, als habe Musk persönlich Hand angelegt: Es ist verwüstetes Land, in wenigen Tagen werden die Bauarbeiter hier Wald im Umfang von 130 Fussball­feldern gerodet haben. Ein Gericht hat nun entschieden, dass Tesla damit weitermachen darf.

Es ist ein gutes Urteil – trotz aller Zerstörung. Befremdlich waren dafür die Aussagen einiger Grüner und der Industrielobby, die die Urteilsfindung begleiteten.

Die Ansiedlung ist für ganz Deutschland ein Prestigeprojekt. Dazu kommen die ganz praktischen Auswirkungen: 500'000 Fahrzeuge im Jahr sollen hier einmal produziert werden, 12'000 Menschen will das Unter­nehmen dafür Arbeit geben. Zulieferer müssen noch hinzugerechnet werden. Mehr Menschen, die Steuern zahlen, einkaufen und ihre Kinder auf Schulen schicken.

Umweltschutzfragen, die bei vielen anderen Projekten längst zum Aus geführt hätten, wurden handhabbar gemacht.

Die Brandenburger Landesregierung hat deshalb für die Ansiedlung eigens die «Tesla-Taskforce» gegründet. Sie soll dem Unternehmen möglich machen, was in Deutschland unmöglich erscheint: Baubeginn noch in diesem Frühjahr, Produktionsbeginn kaum 15 Monate später. Umweltschutzfragen, die bei vielen anderen Projekten längst zum Aus geführt hätten, wurden handhabbar gemacht. So verbraucht die Tesla-Produktion voraussichtlich so viel Wasser wie ganz Brandenburg, und das in einer Gegend mit vielen Schutzgebieten. Das Bewilligungsverfahren war rekordverdächtig schnell.

Die Vorschriften wurden so offensichtlich und derart stark gedehnt, dass Tesla und die Regierung nur froh sein können, dass diese Praxis noch einmal vor Gericht kam. Der Drahtseilakt Tesla ist nun rechtssicher.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch