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Straumann-Angestellte verzichten nach Franken-Schock auf Boni

Die Mitarbeiter des Zahnimplantateherstellers Straumann akzeptieren den Vorschlag der Firma und verzichten auf fünf Prozent ihres Lohnes. Noch mehr geben Angestellte in höheren Positionen ab.

Die Aufhebung des Euromindestkurses könnte die Firma 75 Millionen Franken Umsatz kosten: Das Logo des Herstellers von Dentalimplantaten Straumann am Jacob-Burckhardt-Haus in Basel. (13. April 2013)
Die Aufhebung des Euromindestkurses könnte die Firma 75 Millionen Franken Umsatz kosten: Das Logo des Herstellers von Dentalimplantaten Straumann am Jacob-Burckhardt-Haus in Basel. (13. April 2013)
Keystone

Der Basler Zahnimplantatehersteller Straumann kann seinen Angestellten die Löhne kürzen. Wie er mitteilte, zeigte sich eine Mehrheit einverstanden, wegen der Frankenstärke auf einen Teil der Boni zu verzichten. Auf den Gesamtlohn gesehen beträgt die Einbusse 5 Prozent.

Die 5-Prozent-Kürzung gilt für die «normalen» Mitarbeitenden ohne Kaderfunktion. Das untere Kader muss eine Lohneinbusse von etwa 6 Prozent hinnehmen und die Teppichetage schnallt den Gürtel ebenfalls enger. Firmenchef Marco Gadola etwa erhält 35 Prozent weniger und der Rest der Geschäftsleitung 25 Prozent. Die Verwaltungsräte müssen mit 28 Prozent weniger auskommen.

96 Prozent einverstanden

Wie Straumann mitteilte, ergab sich die Zustimmung des Personals zu den Kürzungen in einer Umfrage. 93 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schweiz beteiligten sich daran. 96 Prozent zeigten sich mit der Lohnanpassung einverstanden.

Ursprünglich hatte Straumann neben der Boni-Kürzung für die Schweizer Beschäftigten den Grenzgängern die Löhne in Euro auszahlen wollen. Das kam aber schlecht an, so dass der Zahnimplantatehersteller der Belegschaft nur noch einen Teilverzicht auf die Boni unterbreitete.

75 Millionen Franken Umsatzeinbusse befürchtet

In der Schweiz beschäftigt Straumann rund 780 Mitarbeiter, davon etwa 220 Grenzgänger. Straumann tätigt 95 Prozent des Geschäftes ausserhalb der Schweiz und erwirtschaftet rund 40 Prozent des Umsatzes in Euro. Da aber 45 Prozent der Kosten aus Produktion und Betrieb in der Schweiz anfielen, gehört das Unternehmen nach eigenen Angaben zu den am stärksten von den Wechselkursverschiebungen betroffenen Firmen im Land.

Wie Straumann schätzt, könnten sich Wechselkurseffekte 2015 in einem um bis zu 75 Millionen Franken geschmälerten Umsatz niederschlagen. Den Gewinn auf EBIT-Stufe könnte der starke Franken um 40 Millionen Franken mindern. Das Vorgehen des Unternehmens findet nicht überall Beifall. Arbeitnehmerverbänden zufolge hat der Arbeitgeber das Wechselkursrisiko zu tragen.

SDA/rar

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