Zum Hauptinhalt springen

So kann die BLS den SBB keinen Wettbewerb bieten

Wirtschaftsredaktor Julian Witschi zur geplanten Konzessionsvergabe zweier Fernverkehrslinien an die BLS.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) will das Monopol der SBB im Fernverkehr unbedingt knacken. Anders ist die von Amtsdirektor Peter Füglistaler geplante Konzessionsvergabe nicht zu deuten. Trotzdem spricht er der BLS nur den nahezu kleinstmöglichen Teil des Fernverkehrs zu, nämlich zwei kurze Linien ab Bern.

Für die BLS ist das eine herbe Enttäuschung. Sie darf zwar im Fernverkehr aktiv werden, wo im Gegensatz zum Regionalverkehr Gewinne erlaubt sind. Aber zur ernsthaften Konkurrentin der SBB kann sich die BLS auf so kleiner Basis nicht entwickeln. Das ist Pseudowettbewerb. Zudem soll sie mit Bern–Neuenburg eine Stammlinie abgeben.

BLS-Chef Bernard Guillelmon muss eingestehen, dass er die Anforderungen im Intercity-Verkehr unterschätzt hat. Neue Züge sind nicht so schnell zu ­besorgen wie gedacht. Das BAV muss deshalb die nächste Konzessionsvergabe mit grösserer Vorlaufzeit aufgleisen als mit nur einigen Monaten wie jetzt.

Auch die SBB können nicht einfach einen Sieg feiern. Ihr Monopol soll fallen, die Strecke Bern–Neuenburg dürfte 20 Millionen Franken Verlust einbrocken, und das BAV fordert höhere Gewinnbeiträge an die Infrastruktur. Es ist daher möglich, dass BLS und SBB Rekurse gegen die BAV-Pläne erwägen.

julian.witschi@bernerzeitung.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch