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SNB untersucht Datenmissbrauch durch Bloomberg

Journalisten des Dienstleisters für Finanzinformationen Bloomberg haben Nutzerdaten missbraucht. Nun untersucht auch die Schweizerische Nationalbank, in welchem Mass sie vom Skandal betroffen ist.

Steht im Fall Bloomberg mit anderen Zentralbanken in Kontakt: Das Gebäude der Schweizerischen Nationalbank.
Steht im Fall Bloomberg mit anderen Zentralbanken in Kontakt: Das Gebäude der Schweizerischen Nationalbank.
Keystone

Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft, ob und in welchem Mass der Finanzinformationsdienstleister Bloomberg die Nutzungsdaten der SNB seinen Journalisten zugänglich gemacht hat. Ähnliche Untersuchungen haben bereits andere Notenbanken wie die Europäische Zentralbank oder die Bank of Japan angekündigt.

Bloomberg hat unlängst eingeräumt, dass eigenen Redaktoren bis vor kurzem beschränkt Einblick in die Nutzungsdaten von Kunden gewährt wurde. Die so genannten Bloomberg-Terminals stehen weltweit auf den Schreibtischen vieler Banker und anderer Akteure der Finanzmärkte. Aktuelle Daten und Nachrichten, die darauf abrufbar sind, sind oft Grundlage für milliardenschwere Investitions- oder Handelsentscheidungen.

SNB mit anderen Banken in Kontakt

Gemäss Bloomberg-Chefredaktor Matthew Winkler hätten gewisse seiner Journalisten erkennen können, wann ein Nutzer sich an seinem Terminal angemeldet hatte und für welche übergeordneten Themenfelder er sich interessierte.

Die SNB untersucht nun, ob Bloomberg-Journalisten auch Nutzungsdaten von Bloomberg-Terminals bei der SNB eingesehen haben könnten. Man sei in diesem Zusammenhang auch mit anderen Zentralbanken in Kontakt, wie die SNB auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda bekannt gab.

Ein «unverzeihlicher» Fehler

Der Missbrauch von Nutzerdaten durch Bloomberg-Journalisten war vergangene Woche an die Öffentlichkeit gedrungen, nachdem sich die US-amerikanische Investmentbank Goldman Sachs beschwert hatte. Anschliessend hatte Bloomberg die Datenlücke nach eigener Auskunft umgehend geschlossen.

Chefredaktor Winkler sprach in einem Leitartikel auf der Internetseite des Finanzinformationsdienstleisters von einem eigentlich «unverzeihlichen» Fehler.

SDA/kpn

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