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SIX Group streicht rund 150 Stellen

Die SIX Group, Betreiberin der Schweizer Finanzplatzinfrastruktur und der Schweizer Börse, schafft rund 150 Arbeitsplätze ab. Betroffen sind vor allem die Sparten Finanzinformationen und Zahlungsverkehr.

Muss mit Entlassungen rechnen: Die Schweizer Börse in Zürich. (Archivbild)
Muss mit Entlassungen rechnen: Die Schweizer Börse in Zürich. (Archivbild)
Keystone

Die SIX Group streicht rund 150 der weltweit 3900 Stellen. Gründe dafür seien Einnahmeausfälle im Kartengeschäft wegen der Frankenstärke und der Kostendruck bei Finanzinformationen. Betroffen vom Stellenabbau sind denn auch vor allem die Sparten Finanzinformationen und Zahlungsverkehr. Es sei mit Entlassungen zu rechnen, teilte die SIX Group heute in Zürich mit. Ein Sozialplan werde ausgearbeitet. Betroffen seien Stellen im In- und Ausland, die genaue Verteilung werde noch ausgearbeitet.

Der Abbau erfolgt zusätzlich zur Ankündigung vom letzten November, im Zahlungsverkehr 60 Stellen zu streichen, wie SIX-Sprecher Alain Bichsel auf Anfrage sagte. Der erste Abbau war mit dem Abschluss von Projekten und der Wirtschaftslage begründet worden. Zwei Divisionen (Multipay und Cards & Payments) wurden zusammengeführt.

Zudem wurde im Januar im Geschäft mit Finanzinformationen die Auslagerung von 70 Stellen zum IT-Dienstleister Capgemini in Indien und Polen beschlossen. Es ist die erste Welle an Stellenstreichungen bei der SIX Group, die vor vier Jahren aus der Fusion der Schweizer Börse SWX, des Finanzdienstleisters Telekurs und des Abwicklungsunternehmens SIS entstanden war.

Gewinnsprung dank Sondereffekten

2011 sei zwar ein gutes Resultat verzeichnet worden. So kletterte der Jahresgewinn um 27,3 Prozent auf 216 Millionen Franken. Dieser Anstieg sei aber darauf zurückzuführen, dass Rückstellungen für die Pensionskasse aufgelöst wurden und im Vorjahr eine Wertberichtigung auf der Eurex-Tochter ISE das Ergebnis belastete.

Den Erlös von rund 800 Millionen Fr. aus dem Verkauf ihres Anteils an der Optionen- und Derivatebörse Eurex will die SIX Group für ihre Entwicklung und nach Möglichkeit für Akquisitionen einsetzen, wie Verwaltungsratspräsident Peter Gomez Ende 2011 angekündigt hatte. Es werde aber anspruchsvoll, die 100 Millionen Fr. Betriebsgewinn kurzfristig zu ersetzen, welche der Eurex-Anteil generierte.

30 Millionen einsparen

Die Profitabilität der SIX Group hat sich vor allem seit dem vierten Quartal 2011 verschlechtert und die Aussichten für 2012 stuft das Unternehmen als verhalten ein. Der Verwaltungsrat hat deshalb Massnahmen beschlossen, um die Kosten um 30 Millionen Fr. oder rund 2,3 Prozent zu drücken. Das Gremium wird von Vertretern der Banken - den Eigentümern der SIX Group – dominiert.

Im Kartengeschäft belasten neben dem Währungseffekt auch die rückläufigen Detailhandelsumsätze, das Ausbleiben der ausländischen Touristen sowie die sinkenden Marge.

Im Geschäft mit Finanzinformationen schmälern die Wechselkurse und der grosse Kostendruck im Finanzsektor die Erträge. Die Märkte seien nach wie vor durch Unsicherheiten belastet und die Kunden stünden unter einem enormen Spardruck, hiess es weiter. Dies dämpfe die Umsatzerwartung für 2012 in allen Geschäftsbereichen.

SDA/wid

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