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Schweiz fährt wieder hohe Überschüsse ein

Der Schweizer Aussenhandel hat den Ertragsüberschuss im ersten Quartal dieses Jahres um gut 1 Milliarde Franken gesteigert. Vom Hoch profitieren konnten jedoch nur gewisse Wirtschaftszweige.

Geschäftiges erstes Quartal 2012: Ein Zollamt beim Grenzübergang Thayngen in Schaffhausen. (Archivbild)
Geschäftiges erstes Quartal 2012: Ein Zollamt beim Grenzübergang Thayngen in Schaffhausen. (Archivbild)
Keystone

Der Ertragsbilanzüberschuss der hiesigen Exportwirtschaft ist im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 19,5 Milliarden Franken gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von gut 1 Milliarde Franken.

Im Aussenhandel mit Waren und Dienstleistungen waren sowohl die Exporte als auch die Importe praktisch gleich hoch wie vor Jahresfrist, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) heute Freitag in ihrer Zahlungsbilanz mitteilte. Der Einnahmenüberschuss bewegte sich mit 18 Milliarden Franken in etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals.

Mehr Energieträger, weniger Rohstoffe

Im Warenhandel stiegen die Einnahmen aus den Exporten um 1 Prozent, während die Ausgaben für Warenimporte um 1 Prozent sanken. Per Saldo nahm der Einnahmenüberschuss um 700 Millionen auf 5,8 Milliarden Franken zu.

Zulegen konnten vor allem die Ausfuhren der Uhren- und der Chemieindustrie. Dagegen sackten die Exporte der Maschinen-, Apparate- und Elektronikindustrie um 12 Prozent ab.

Bei den Einfuhren kletterten die Importe von Energieträgern um 13 Prozent und jene von Konsumgütern um 3 Prozent. Dagegen gingen die Importe von Rohstoffen und Halbfabrikaten (–9 Prozent) sowie Investitionsgütern (–4 Prozent) zurück.

Dienstleistungen mit weniger Überschuss

Weil die Ausgaben stiegen, sank im Dienstleistungshandel der Einnahmenüberschuss um 0,4 Milliarden auf 14,7 Milliarden Franken. Ausschlaggebend für die höheren Ausgaben waren die Gebühren für Nutzung von Lizenzen und Patenten. Auch für Auslandsreisen wurde mehr ausgegeben als vor Jahresfrist.

Im Kapitalverkehr ergab sich netto ein Kapitalexport von 4 Milliarden Franken. Das ist massiv weniger als vor einem Jahr (30 Milliarden Franken). Allerdings schwanken diese Werte von Quartal zu Quartal stark.

Ausländer kaufen Schweizer Wertpapiere

Vor allem bei den Direktinvestitionen schrumpften die Kapitalexporte von 15,1 auf 2,2 Milliarden Franken. Hauptgrund ist, dass die Ausländer wieder 7,3 Milliarden Franken direkt in der Schweiz investierten. Vor einem Jahr waren noch 4,1 Milliarden Franken aus der Schweiz abgeflossen. Im Gegensatz zu damals haben Ausländer im Startquartal 2012 kaum Akquisitionen getätigt.

Bei den Anlagen in Aktien oder Wertpapieren (Portfolioinvestitionen) resultierte per Saldo ein Kapitalimport von 4,1 Milliarden Franken nach einem Kapitalexport von 9,7 Milliarden Franken vor einem Jahr. Insbesondere die Schweizer Portfolioinvestitionen im Ausland schmolzen von 10,5 Milliarden auf noch 0,1 Milliarden Franken.

Auf der anderen Seite kauften ausländische Investoren wieder mehr Schweizer Wertpapiere: Dafür gaben sie 4,2 Milliarden Franken aus, nachdem sie vor einem Jahr lediglich 0,8 Milliarden Franken aufgewendet hatten.

Die Zahlungsbilanz zeigt die Geldströme auf, die über die Grenzen fliessen. Waren, Dienstleistungen, Kapital- und Arbeitseinkommen sowie unentgeltliche Übertragungen bilden zusammen die Ertragsbilanz. Die Kapitalverkehrsbilanz ist quasi das Gegenstück dazu und zeigt, wie diese Gelder angelegt wurden. Beide Bilanzen zusammen bilden die Zahlungsbilanz.

SDA/fko

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