Der Preiskampf in den Stadtzentren beginnt

In den Innenstädten wird es eng für die Schweizer Detailhändler. Was der neue Vorstoss von Aldi und Lidl bedeutet.

Discounter auf dem Vormarsch: Bauarbeiter montieren das Lild-Logo an der Grubenstrasse in Zürich. (Archivbild)

Discounter auf dem Vormarsch: Bauarbeiter montieren das Lild-Logo an der Grubenstrasse in Zürich. (Archivbild)

Bislang waren Migros, Coop und auch Denner Alleinherrscher an hoch frequentierten Standorten in den urbanen Gebieten. Die deutschen Discounter Aldi und Lidl bauten vorwiegend auf der grünen Wiese, bei der Expansion in der Innenstadt waren die Schweizer Detailhändler ungestört.

Doch nun zeichnet sich ein Wandel ab: Sowohl Aldi als auch Lidl planen neue Filialen an zentralen Standorten. Diese entsprächen einer kleineren Standardfiliale und hätten eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

Es geht also vor allem um einen der wenigen verbleibenden Wachstumsmärkte: dem Convenience-Geschäft. Diesen Markt beackerten zuvor fast ausschliesslich Migrolino, Coop Pronto und Coop to go. Die Idee ist einfach: Nahe bei den Menschen sein und ihnen ein selektiertes Produktsortiment zu relativ hohen Preisen anbieten.

Anpassung an Laufkundschaft

Die Herausforderung für Aldi und Lidl bestehe nun darin, das Angebot an die entsprechende Kundschaft in den zentralen Gebieten anzupassen. Aldi liess gemäss dem Bericht verlauten, dass das Sortiment auf das Kaufverhalten der Laufkundschaft und der ÖV-Nutzer abgestimmt werde.

Migrolino-Chef Markus Laenzliger kennt die Herausforderung: «Anbieter wie Migrolino müssen in Stadtlage ein spezialisiertes, hochwertige Sortiment führen und eine hohe Frequenz generieren. Sonst rechnet sich das nicht», sagt er zur «Sonntagszeitung».

Laenzliger prophezeit einen weiteren Preisdruck. «Davon sind die normalen Supermärkte und zum Teil auch Convenience-Anbieter wie wir tangiert.» Sinkende Preise sagte auch Fredy Hasenmaile, Immobilienspezialist der Credit Suisse, voraus.

Rendite ist fraglich

Die «SonntagsZeitung» schreibt weiter: Die Expansion von Aldi und Lidl brigt jedoch auch Unsicherheiten. Damit sich die Standorte in den Zentren als lukrativ erweisen, müssten angesichts der höheren Mietpreise auch höhere Renditen erzielt werden.

Discounter Lidl, der bald eine Filiale in der Frauenmünsterpost in Zürich betreiben wird, setze zwar weiterhin auf sein Standardsortiment, jedoch würde dieses zusätzlich auf die Bedürfnisse der Pendler ausgerichtet. Die Rede ist von einem Take-away-Sortiment. Auch will Lidl Kunden aus dem Mittelstand ansprechen, die nicht vom Billig-Image angezogen werden. Es geht also vor allem um eins: die hohe Kaufkraft der Schweizer Konsumenten abschöpfen.

kat/spu

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