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SAS zieht den Vogel wieder hoch

Grounding abgewendet – vorerst. Die skandinavische Airline SAS kriegt das Okay der Gewerkschaften für Gehaltskürzungen und längeren Arbeitszeiten. Somit erhält die Fluggesellschaft Kreditverlängerungen.

Bleiben doch nicht ab Boden: Maschinen der SAS in Stockholm Arlanda.
Bleiben doch nicht ab Boden: Maschinen der SAS in Stockholm Arlanda.
Keystone

Die insolvenzbedrohte Fluglinie SAS fliegt vorerst weiter: Alle involvierten Gewerkschaften stimmten Gehaltskürzungen, längeren Arbeitszeiten und dem teilweisen Verzicht auf Pensionsansprüche zu. Rund 15'000 Personen sind betroffen.

Wie das skandinavische Unternehmen in Stockholm mitteilte, haben alle acht beteiligten Gewerkschaften nach langwierigen Verhandlungen am Wochenende ihre Zustimmung zum Krisenplan des Managements gegeben. Die Banken hatten dessen Annahme zur Bedingung für eine Verlängerung der Kredite gemacht.

Als Letzte lenkten die Vertreter des dänischen Kabinenpersonals ein. SAS-Chef Rickard Gustafson hatte es als Bedingung für die Umsetzung des Sparprogramms bezeichnet, dass alle Gewerkschaften mit ins Boot geholt werden.

«Das war ein zermürbender Prozess»

Diese kompromisslose Haltung wurde denn auch kritisiert: «Das war ein zermürbender Prozess», sagte der Vize-Chef der Gewerkschaft des norwegischen Kabinenpersonals. «Wir haben grosse Zugeständnisse gemacht. Wir sind nicht glücklich, hatten aber auch keine andere Wahl, um die Arbeitsplätze und das Unternehmen zu erhalten.»

In Stockholm kritisierte die Gewerkschaftschefin Eva Nordmark die Besitzer des halbstaatlichen Unternehmens. Sie hätten mit einem «Diktat unter extremem Zeitdruck» verantwortungslos gehandelt und somit das gegenseitige Vertrauen zwischen den Tarifpartnern gefährdet.

Tochter zum Verkauf

Die SAS-Piloten stimmten unter anderem einer durchschnittlichen Verminderung ihres Einkommens um zehn Prozent und der Ausweitung der Arbeitszeit um acht Prozent zu. Das Kabinenpersonal soll für die kommenden zwei Jahre auf Lohnerhöhungen verzichten und pro Jahr durchschnittlich zwei Wochen länger arbeiten.

SAS will zusätzlich 3,5 Milliarden Kronen (etwa 487 Millionen Fr.) durch den Verkauf der profitablen norwegischen Tochtergesellschaft Widerøe und der SAS Ground Handling mit zusammen 6000 Arbeitsplätzen erlösen. 800 Stellen in der Verwaltung sollen gestrichen werden.

Die Regierungen der drei Eigentümerstaaten kündigten zudem an, ihren 50-Prozent-Aktienanteil an private Investoren zu verkaufen. Das Einlenken der Gewerkschaften stärkte die Zuversicht der Investoren auf ein Überleben der Airline: Die SAS-Aktie gewann in Schweden und Dänemark zeitweise über 30 Prozent an Wert.

SDA/kpn

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