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SAS stellt sich auf mögliche Insolvenz ein

Die Maschinen der SAS werden im Ausland vollgetankt, damit sie im Fall einer Insolvenz noch nach Hause fliegen könnten. Das Management konnte sich mit zwei norwegischen Gewerkschaften einigen.

Ungewisse Zukunft: Techniker bereiten eine SAS-Maschine in Stockholm auf den Start vor. (Mai 2012)
Ungewisse Zukunft: Techniker bereiten eine SAS-Maschine in Stockholm auf den Start vor. (Mai 2012)
AFP

In ihrem Kampf gegen eine drohende Insolvenz hat sich die skandinavische Fluggesellschaft SAS heute mit zwei norwegischen Gewerkschaften geeinigt. Die Frist für eine Vereinbarung mit sechs weiteren Gewerkschaften verschob das Unternehmen.

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat gestern erste Schritte für eine mögliche Insolvenz eingeleitet. Gleichzeitig verhandelt sie unter Hochdruck mit Gewerkschaften über einen Krisenplan.

Wie Unternehmenssprecher in heimischen Medien mitteilten, sollten alle SAS-Maschinen im Ausland vollgetankt werden, damit sie im Fall der Zahlungsunfähigkeit zum Wochenauftakt noch heimgeflogen werden können.

Gleichzeitig führte das Management in Kopenhagen abschliessende Verhandlungen mit Gewerkschaften über einen vor knapp einer Woche vorgelegten Rettungsplan. Nach Angaben des Senders DR wollte die Vertretung der Piloten in Dänemark, Norwegen und Schweden eine Kürzung ihrer Einkommen um zehn Prozent bei gleichzeitiger Anhebung der Arbeitsproduktivität um 15 Prozent akzeptieren.

Zustimmung zu Lohnkürzungen verlangt

Die Organisationen des Kabinenpersonals signalisierten ihre weitgehende Zustimmung zum Krisenplan und verhandelten ebenfalls in Kopenhagen über noch strittige Fragen. Die Entscheidung des SAS-Aufsichtsrates über Sanierung oder Insolvenz wurde bis spätestens Montagmorgen erwartet.

Konzernchef Rickard Gustafson hatte in seinem Krisenplan vor sechs Tagen ultimativ unter anderem die Zustimmung zu Lohnkürzungen um 15 Prozent für alle 15'000 Beschäftigten verlangt. Hinzu kommen Arbeitszeitverlängerungen, Arbeitsplatzabbau und geringere Pensionsansprüche.

SAS will 800 Stellen sofort streichen und 6000 Jobs durch Verkauf der norwegischen Fluggesellschaft Widerøe und der SAS Ground Handling auslagern.

Das 1946 gegründete und halbstaatlich betriebene Unternehmen kämpft seit einem Jahrzehnt vor allem wegen des Erfolgs von Billig-Fluggesellschaften gegen Verluste. Die Unternehmensspitze nannte ihren Krisenplan gegenüber den Beschäftigten immer wieder «die absolut letzte Chance».

SDA/fko

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