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Ruag steigert 2011 den Gewinn

Der bundeseigene Rüstungs- und Technologiekonzern hat im letzten Jahr den Gewinn um 5,9 Prozent auf 97 Millionen Franken erhöht. Konzernchef Peter dementierte derweil Einflüsse der Ruag beim Gripen-Entscheid.

Mit 37 Prozent Auftragsvolumen Grösster Einzelkunde ist die Schweizer Armee: Ruag-Halle für die Flugzeugwartung in Emmen.
Mit 37 Prozent Auftragsvolumen Grösster Einzelkunde ist die Schweizer Armee: Ruag-Halle für die Flugzeugwartung in Emmen.
Keystone

Die Fokussierung und Risikominimierung in den Kerngeschäften Luft- und Raumfahrt sowie Sicherheits- und Wehrtechnik habe sich bewährt. Sehr erfreulich sei, dass das Unternehmen beim Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 12,5 Prozent auf 110 Millionen Franken zulegte, sagte Konrad Peter, Präsident des Verwaltungsrats und Konzernchef ad interim, vor den Medien.

Diese beiden Aufgaben sollen wieder getrennt werden. «Die Suche nach einem neuen Konzernchef läuft», sagte Peter. Dieser müsse jedoch verschiedene Rahmenbedingungen erfüllen. So kommt beispielsweise wegen der militärischen Geheimhaltung nur ein Schweizer in Frage. Unter dem Strich blieben dem Unternehmen 97 Millionen Franken. Das ist ein Plus von 5,9 Prozent.

«Nichts zu tun mit Gripen-Beschaffung»

«Mit der Gripen-Beschaffung hat Ruag nichts zu tun», sagte Peter zu Spekulationen in den Medien zum Kauf der Kampfjets für die Schweizer Armee. Dies sei ein politischer Entscheid gewesen, in den das Unternehmen nicht einbezogen war. Bislang habe Ruag keinen Auftrag im Zusammenhang mit Gripen. «Selbstverständlich werden wir uns bemühen, einen entsprechenden Auftrag zu bekommen», sagte Peter.

Ruag unterhalte Kontakte zu Saab aber auch zu den beiden anderen Herstellern. Grösster Kunde nach der Schweizer Armee sei EADS. «Der Eurofighter steht uns von der Kundenbeziehung her näher», sagte Peter. Nächster Kunde wäre danach Dassault mit dem Rafale. Mit Saab gebe es die wenigsten Kontakte und Aufträge.

Weniger Geld für Forschung und Entwicklung

2011 lag der Umsatz von Ruag bei 1,77 Milliarden Fr. etwa auf Vorjahresniveau. 2010 lag die Ziffer mit knapp 1,79 Milliarden Fr. nur leicht höher. Organisch wuchs die Ruag um 2,5 Prozent, währungsbereinigt ergibt sich ein Umsatzrückgang um 1 Prozent. Nur die Division Aviatik verzeichnete ein leichtes Umsatzwachstum.

Mit Space, Aviation, Ammotec und Defence arbeiten vier der fünf Divisionen profitabel. In der Division Technology, welche unter anderem Komponenten für den Flugzeugbau fertigt, sei der 2009 eingeleitete Turnaround noch nicht geschafft, sagte Finanzchef Urs Kiener. Vor allem die Standorte Emmen LU und Altdorf UR hätten unter strukturellen Kostennachteilen gelitten.

15 Stellen wurden in Altdorf Ende 2011 abgebaut, im Januar und März waren rund 90 Mitarbeitende von Kurzarbeit betroffen. Aussagen, wie es dort weitergeht, seien nicht möglich, sagte Peter. Der Auftragseingang sei zurzeit aber besser als erwartet. Insgesamt blieb 2011 die Zahl der Mitarbeitenden weltweit mit 7739 praktisch konstant.

Für Forschung und Entwicklung hat das Unternehmen 140 Millionen und damit 50 Millionen Fr. weniger ausgegeben als im Vorjahr. Grund dafür seien Entwicklungsaufträge von Kunden, die abgeschlossen wurden. Die 140 Millionen entsprechen der Zielsetzung von rund 8 Prozent des Nettoumsatzes. 55 Prozent davon entfallen auf die Division Space.

Schweizer Armee weiter grösster Einzelkunde

Insgesamt erzielte der Rüstungs- und Technologiekonzern mit zivilen Anwendungen 48 Prozent, mit militärischen 52 Prozent seines Nettoumsatzes. 47 Prozent des Umsatzes wurden in der Schweiz und 53 Prozent im Ausland erwirtschaftet. Grösster Einzelkunde war mit 37 Prozent wiederum das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) - und damit die Schweizer Armee.

Um der nach eigenen Worten wachsenden Internationalisierung und der zunehmenden Grösse des Unternehmens gerecht zu werden, verpasst sich Ruag einen neuen Markenauftritt. Die neue Marke wird schrittweise eingeführt und soll dafür sorgen, dass die Ruag als Technologiegruppe für Luft- und Raumfahrt sowie für die Sicherheits- und Wehrtechnik wahrgenommen wird.

Für das laufende Jahr rechnet Ruag mit ähnlichen Resultaten wie 2011. «Ich sehe keine grösseren Probleme auf uns zukommen», sagte Peter.

SDA/kpn

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