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Roche «enttäuschend» – Aktienkurs bricht ein

Der Basler Pharmakonzern hat zwar weniger Umsatz gemacht, aber mehr verdient. Der Einbruch bei Tamiflu konnte mit anderen Medikamenten kompensiert werden. Die Analysten sind dennoch enttäuscht.

Es geht aufwärts: Das Logo des Pharmaunternehmens Roche in Zürich.
Es geht aufwärts: Das Logo des Pharmaunternehmens Roche in Zürich.
Keystone

Der Basler Pharmakonzern Roche hat im vergangenen Jahr bei kleinerem Umsatz mehr verdient: Der Umsatz sank um 3 Prozent auf 47,47 Milliarden Franken. Der Gewinn stieg um 4 Prozent auf 8,89 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

In Lokalwährungen blieb der Konzernumsatz stabil. Klammert man überdies die rückläufigen Tamiflu-Verkäufe aus, liegt der Umsatz in lokalen Währungen um 5 Prozent über dem Vorjahr, wie der Konzern festhält. Neben Tamiflu hätten sich Gesundheitsreformen und Sparmassnahmen negativ auf die Verkäufe ausgewirkt.

10 Millionen Franken für die Roche-Chefs

Etwas weniger als im Vorjahr, aber immer noch im zweistelligen Millionen-Bereich liegt der Lohn von Roche-Konzernchef Severin Schwan. 2010 hat er insgesamt 11,4 Millionen Franken bekommen. Im Vorjahr waren es 12,1 Millionen Franken gewesen. Verrwaltungsratspräsident Franz Humer wurde mit 10 Millionen Franken entschädigt, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Im Vorjahr hatte diese Summe noch 14,4 Millionen Franken betragen.

Damit gehen Roche und Konkurrentin Novartis in etwa im Gleichschritt: Konzernchef Joseph Jimenez hat im vergangenen Jahr 11,7 Millionen Franken erhalten, wie Novartis vergangene Woche mitteilte. Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella bekam 7,95 Millionen Franken.

Relativ milde Grippesaison

In der Division Pharma sank der Umsatz um 5 Prozent auf 37,1 Milliarden Franken. Dabei hätten unter anderem die wichtigsten Medikamente zur Krebsbehandlung die Umsatzrückgänge bei Tamiflu weitgehend kompensieren können.

Die Verkäufe von Tamiflu lagen mit 873 Millionen Franken um 2,3 Milliarden hinter dem Vorjahreswert zurück. Zu den Ursachen zählen das Abklingen der Schweinegrippe-Pandemie, die relativ milde Grippesaison sowie die Auslieferung des Grossteils der Vorratsbestellungen an Regierungen.

Division Diagnostics im Aufwind

Dagegen legte die Division Diagnostics um 4 Prozent auf 10,4 Milliarden Franken zu. Zum Wachstum, das deutlich über dem Markt liege, hätten alle fünf Geschäftsbereiche beigetragen, hält Roche fest.

Für 2011 rechnet der Basler Pharmakonzern für die Division Pharma mit einem Verkaufszuwachs in lokalen Währungen im unteren einstelligen Prozentbereich, allerdings unter Ausklammerung von Tamiflu. Für die Division Diagnostics erwartet Roche erneut ein Wachstum, das über dem Marktwachstum liegt.

Roche-Titel verlieren fast drei Prozent

Das Ergebnis und ein gedämpfter Geschäftsausblick haben den Roche-Genussscheinen zur Börseneröffnung einen Kursverlust von fast drei Prozent beschert. Der Titel sank in den ersten Handelsminuten um 2,8 Prozent auf 140.50 Franken.

Der Basler Arzneimittelhersteller verfehlte die Prognosen der Analysten, die mit rund zehn Milliarden Gewinn gerechnet hatten. Für 2011 erwartet Roche ein niedriges einstelliges Umsatzwachstum. «Damit hat Roche die Erwartungen klar verfehlt», sagten Händler. Früher sei Roche viel stärker gewachsen. «Eine Enttäuschung», sagte der Händler.

SDA/jak

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