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Rekordgewinn: Jungfraubahn ist gerüstet für V-Projekt

Die Jungfraubahn-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurück. Der Gewinn kletterte um satte 16 Prozent auf 30,2 Millionen Franken in die Höhe. Für das V-Projekt scheint die Bahn bestens gerüstet zu sein.

Volles Haus im Sportzentrum Grindelwald. 1470 Stimmbürger entschieden am 24. Oktober in einer geheimen Abstimmung über das Millionenprojekt.
Volles Haus im Sportzentrum Grindelwald. 1470 Stimmbürger entschieden am 24. Oktober in einer geheimen Abstimmung über das Millionenprojekt.
Markus Hubacher
Wird das V-Projekt realisiert, könnte es in Grindelwald-Grund so aussehen. Die neue Männlichenbahn (links) und der daneben liegende Eiger-Express mit Parkhaus.
Wird das V-Projekt realisiert, könnte es in Grindelwald-Grund so aussehen. Die neue Männlichenbahn (links) und der daneben liegende Eiger-Express mit Parkhaus.
Bildmontage zvg
Warteraum II: Die Männlichenbahn schafft den Ansturm an schönen Tagen oftmals nicht mehr, dann reicht die Schlange bis auf den Parkplatz hinaus.
Warteraum II: Die Männlichenbahn schafft den Ansturm an schönen Tagen oftmals nicht mehr, dann reicht die Schlange bis auf den Parkplatz hinaus.
Fritz Lehmann
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Mit der V-Bahn sollen Reisende künftig rascher und einfacher ins Gebiet Kleine Scheidegg/Männlichen gelangen. Urs Kessler, der CEO der Jungfraubahnen, sprach am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz des Unternehmens von einem «Generationenprojekt».

Kürzere Anreisezeiten sind im hart umkämpften Markt ein wichtiges Argument - nicht nur für Jungfraujoch-Besucher, sondern auch für Wintersportgäste. Denn das Wintersportgeschäft dümpelt etwas vor sich hin. Mittlerweile verdient die Bahn-Gruppe weniger als jeden fünften Franken mit dem Wintersport.

Der eine Ast der V-förmigen Bahn soll Touristen in nur 15 Minuten von Grindelwald zum Eigergletscher hoch transportieren. Bisher wurde diese Strecke durch Zahnradbahnen erschlossen - Fahrzeit rund 45 Minuten. Der andere Ast der Bahn führt zum Männlichen.

Die V-Bahn soll auch besser an den öffentlichen Verkehr angeschlossen werden - mit einer neuen Bahnstation. Gerade Junge, vorab Wintersportler, seien heute vielfach mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs. Doch ob die neue Bahn Tatsache wird, hängt von einem politischen Entscheid der Bevölkerung ab. Im Tal ist das Projekt nicht unumstritten.

Wird das Projekt umgesetzt, kostet es alles in allem rund 300 Millionen Franken, die Jungfraubahnen stemmen davon etwa 250 Millionen. Das Unternehmen kann einen ordentlichen Teil davon aus eigenen Mitteln bestreiten. Aufnehmen müsse man höchstens 100 bis 120 Millionen Franken, führte Kessler aus.

Mehr Ertrag pro Gast

Das vergangene Jahr jedenfalls verlief für das Unternehmen sehr erfolgreich. Neben dem Gewinn war auch der Umsatz der höchste in der 102-jährigen Geschichte der Jungfraubahn. Mit 164 Millionen Fr. stieg der Betriebsertrag um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, dem Jubiläumsjahr. Gleichzeitig stieg der Ertrag pro Gast.

Bei den Besuchern des Jungfraujochs, dem mit Abstand wichtigsten Geschäftszweig des Unternehmens, stieg der Durchschnittsertrag pro Gast von 104 auf 111 Franken.

Dies aber vor allem weil das Bahnunternehmen nicht mehr so viele Aktionen durchgeführt hatte wie in den Vorjahren. Insgesamt besuchten letztes Jahr über 800'000 Besucher das «Joch».

Der Betriebsgewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) erreichte 38,3 Millionen Fr. und stieg damit um 12,6 Prozent. Der Verwaltungsrat schlägt, trotz Rekordjahr aber mit Blick auf die anstehenden Investitionen, eine unveränderte Dividende von 1,80 Fr. vor. Mitarbeitende sollen indessen eine einmalige Erfolgsprämie von 1000 Franken erhalten.

Mehr Asiaten auf den Pisten

Die Jungfraubahn-Holding setzt auf verschiedene Geschäftszweige. Paradepferd ist das Jungfraujoch, das einen Verkehrsertrag von 92,7 Millionen Fr. einspielt, ein Plus von 6,2 Prozent.

Beim Wintersport kam die Gruppe auf Einnahmen von 24,3 Millionen Franken, was einem Zuwachs von 4,2 Prozent entspricht. Zu danken ist das den anhaltend guten Schneeverhältnissen ab Saisonstart bis in den Frühling 2013 hinein.

1,1 Millionen «Skier Visits» zählte die Jungfrau Skiregion und ist damit die Nummer fünf der Schweiz. Rückläufig ist die Entwicklung vor allem bei den Wintersportgästen, die zwei oder mehr Tage bleiben. Mit europäischen Gästen ist diese Lücke kaum zu stopfen. Darum hoffen die Bahnverantwortlichen auf asiatische Märkte.

In Asien werde Skifahren je länger je beliebter, sind die Bahnverantwortlichen überzeugt. Im vergangenen Winter waren in verschiedenen Schweizer Skiorten, darunter in Grindelwald, bereits chinesische Skilehrer tätig.

Mit einem entsprechenden Angebot will man bei den Jungfraubahnen nun den Jungfraujoch-Besuchern auch einen Abstecher auf die Pisten der Region ermöglichen. Dazu soll ein Ski-Funpark auf der Kleinen Scheidegg entstehen.

Harder-Bahn im Hoch

Das dritte Standbein des Unternehmens sind die sogenannten Erlebnisberge, also die übrigen zur Gruppe gehörenden Bergbahnen der Region. Deren Frequenzen lagen letztes Jahr generell über den Vorjahreszahlen. Besonders gut gehalten hat sich die kleine Harderbahn. Sie beförderte 2013 fast 18 Prozent mehr Fahrgäste.

SDA/tan

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