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Quickline gewinnt TV-Kunden

Der überregionale Kabelnetzverbund Quickline mit Sitz in Nidau konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr der Konkurrenz Kunden abjagen. Das schlägt sich positiv im Ergebnis 2016 nieder.

Rund 380'000 Haushalte schauen mit der TV-Plattform von Quickline fern.
Rund 380'000 Haushalte schauen mit der TV-Plattform von Quickline fern.
zvg/Quickline

Quickline hat im Jahr 2016 weitere Marktanteile gewonnen, wie aus den gestern veröffentlichten Geschäftszahlen zu entnehmen ist. Der Umsatz im Kabelnetzverbund erhöhte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 11 Prozent auf 245 Millionen Franken. Angaben zum Gewinn machte die nicht börsenkotierte Firma mit Sitz in Nidau bei Biel keine.

Auffallend ist, dass der Zusammenschluss von 25 unabhängigen Netzbetreibern wieder Fernsehkunden gewonnen hat. 379 400 Haushalte schauten per Ende 2016 mit Quickline fern. Das sind 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Quickline konnte so die Position als Nummer drei im Schweizer Fernsehmarkt – nach der Swisscom und UPC, aber vor Sunrise – festigen.

Quickline hat eine Reichweite von total 400 000 Haushalten. Der Anbieter ist vor allem in den Kantonen Bern, Solothurn, ­Baselland, Wallis sowie in der ­Innerschweiz vertreten.

Noch im Jahr 2015 hatte ­Quickline im Vergleich zu 2014 TV-Kunden verloren, hauptsächlich an die staatsnahe Swisscom. Der grösste Schweizer Telecomanbieter jagt wegen seines Angebots an Schweizer Livesportübertragungen den Kabelnetz­anbietern TV-Nutzer ab.

Allerdings ist das aktuelle Kundenwachstum von Quickline im Fernsehbereich darauf zurückzuführen, dass im vergangenen Jahr mit Yetnet im solothurnischen Schönenwerd und Q-Line Ostschweiz in Amriswil TG zwei neue Partner dem Verbund beigetreten sind. Ohne diese beiden Firmen hätte Quickline 2 Prozent TV-Kunden verloren.

Quickline TV soll es richten

Die Hoffnungen ruhen nun auf der neuen Fernsehplattform ­Quickline TV, die das Unternehmen Anfang Monat auf den Markt gebracht hat (wir berichteten). Quickline-Chef Nicolas Perrenoud sprach von einem «grossen Bestellungseingang». Gegenüber dieser Zeitung präzisierte er: «Die Nachfrage für Quickline TV ist 3,5-mal höher als in der vergleichbaren Periode nach der Lancierung des Vorgängerangebots Verte.» Quickline TV erkennt nicht nur die Vorlieben der Nutzer. Auf der Plattform wird ab kommenden Sommer auch My Sports empfangbar sein, der neue Sportkanal mit Schwerpunkt Schweizer Eishockey. Quickline ist an My Sports beteiligt. Der Sender ist das neu errichtete Bollwerk der Kabelnetzbetreiber gegen die Swisscom.

Ambitionierte Ziele

Unter diesen Voraussetzungen hat Quickline für das laufende Geschäftsjahr die Ziele im Fernsehgeschäft hochgesteckt: Per Ende 2017 will Perrenoud mehr TV-Kunden als 2016 sehen, und zwar aus eigenem Antrieb und nicht dank zusätzlicher Partner in der Allianz. Mit anderen Worten: Quickline will seinerseits der Konkurrenz TV-Kunden abspenstig machen.

Besser lief es für Quickline in den Geschäftsfeldern Internet und Telefonie. In beiden Bereichen verzeichnete Quickline auch ohne die Neuzugänge im Verbund steigende Kunden­zahlen. «Man ist froh, wenn es angesichts des harten Verdrängungswettbewerbs überhaupt noch Wachstum gibt», sagte Perrenoud. Die Zahlen im Überblick: Im Geschäftsbereich Internet verzeichnete die Allianz im vergangenen Jahr 15 Prozent mehr Kun

den. 170 100 Haushalte haben ­inzwischen einen Internet­anschluss von Quickline. Bei der Festnetz- und Mobilfunktelefonie betrug das Kundenwachstum 23 Prozent. Knapp 121 000 Nutzer telefonieren mit Quickline.

Die erfreuliche Entwicklung führte Perrenoud einerseits auf das spezielle Geschäftsmodell mit dem lokal verankerten Vertrieb zurück. Andererseits habe Quickline davon profitiert, dass die Swisscom mit der angekündigten Abschaltung des analogen Netzes viele Kunden verunsichert habe. Diese hätten zu ­Quickline gewechselt. Insgesamt gibt der Verbund für das laufende Geschäftsjahr eine zuversichtliche Prognose ab. Die Signale deuteten auf ein weiteres Wachstum hin.

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