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Quickline wird nationaler TV-Anbieter

Der überregionale Netzverbund Quickline konnte im ersten Halbjahr 2017 in allen Geschäftsbereichen zulegen. Den Einstieg ins nationale TV-Geschäft kündigte die Firma aus Nidau bei Biel für Ende September an.

Klarer Himmel über Quickline: Im ersten Halbjahr konnte der Kabelnetz-Verbund den Umsatz um knapp 14 Prozent auf 131 Millionen Franken steigern.
Klarer Himmel über Quickline: Im ersten Halbjahr konnte der Kabelnetz-Verbund den Umsatz um knapp 14 Prozent auf 131 Millionen Franken steigern.
zvg/Quickline

Entgegen dem stagnierenden Trend im gesamten Schweizer Telecommarkt präsentierte ­Quickline am Dienstag wachsende Geschäftszahlen für die ersten sechs Monate 2017: Gegenüber der Vorjahresperiode erhöhte sich der Umsatz um knapp 14 Prozent auf 131 Millionen Franken.

Die Zahl der Telefoniekunden – Festnetz und Mobilfunk – nahm um knapp 35 Prozent auf 138 385 zu. Bei den Internetkunden betrug das Plus 17,3 Prozent, was neu 177 900 Nutzern entspricht. Beim Fernsehen konnte Quick­line um knapp 7 Prozent auf 380 700 Kunden zulegen.

Das Wachstum ist allerdings der Übernahme von drei neuen Partnernetzen geschuldet. Ohne diese hätte Quickline gut 2 Prozent der TV-Kunden verloren. Hingegen hätte der Anbieter aus eigener Kraft den Umsatz sowie die Kundenzahlen bei Telefonie und Internet gesteigert, wenn auch weniger deutlich.

Stabile Rentabilität

Gewinnzahlen gab der Quickline-Verbund, dem 24 Kabelnetz­betreiber angehören, keine bekannt. Als nicht börsenkotierte Firma mit Sitz in Nidau bei Biel ist Quickline dazu nicht verpflichtet. Quickline-Chef Nicolas Perrenoud sagte einzig, dass die Profitabilität in den vergangenen vier Jahren stabil geblieben sei.

Der Verbund hat eine Reichweite von total 400 000 Haushalten und ist somit im Schweizer TV-Markt die Nummer drei hinter Swisscom und UPC (ehemals Cablecom), aber vor Sunrise. Der Zusammenschluss ist vor allem in den Kantonen Bern, Solothurn, ­Baselland, Wallis sowie in der ­Innerschweiz vertreten.

Den Schwung aus dem ersten Halbjahr will Quickline dazu nutzen, bis Ende Jahr weitere Marktanteile zu gewinnen. Im Visier sind die TV-Kunden der Konkurrenz, vor allem von Swisscom und UPC. Dazu steigt Quickline als überregionaler Anbieter neu ins nationale TV-Geschäft ein. So bietet der Verbund bis spätestens zum 25. September 2017 das kostenlose und werbefreie Produkt «TV Air Free» an.

Das neue Angebot in Form einer App fürs iPhone und And­roid-Geräte wird somit schweizweit verfügbar. Es basiert auf der hauseigenen Fernsehplattform von Quickline und wird 130 Sender sowie eingeschränkte Replay- und Aufnahmefunktionen umfassen. Im Paket inbegriffen ist auch der neue Bezahlsportsender Mysports, der ab Freitag pro Woche mindestens ein Livespiel der Schweizer Eishockeyliga gratis übertragen wird.

Mit dem nationalen Fokus passt Quickline die bisherige ­Firmenstrategie an. Der Verbund will sich von der traditionellen Rolle als Netzbetreiber lösen und sich zu einem unabhängigen Plattformanbieter wandeln.

«Unser Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren deutlich zur Nummer zwei im TV-Markt aufzuschliessen», kündigte Perrenoud an. «Irgendwann» wolle das Unternehmen die dritte Position hinter sich lassen. Derzeit betrage der Rückstand 700 000 Haushalte.

Um diesen Aufstieg zu erreichen, hat Quickline vor, «TV Air Free» weiterzuentwickeln und mit kostenpflichtigen Zusatzoptionen zu ergänzen. Geplant sind eine App für Tablet-Computer und gegen einen Aufpreis längere Replayzeiten oder mehr Speicherplatz für Aufnahmen.

Angriff auf Netflix und Co.

Doch nicht nur die nationale Konkurrenz greift Quickline mit dem neuen TV-Angebot an, sondern auch internationale Mitbewerber. Gemeint sind Streamingdienste wie Netflix und Prime ­Video von Amazon, aber auch ­Videoplattformen wie Youtube. Diese beeinflussen die Sehgewohnheiten der jungen Zuschauer. Quickline müsse sich am TV-Verhalten der Netflix-Generation orientieren, sagte Firmenchef Perrenoud.

«Wir sind überzeugt, dass zukünftig immer weniger Menschen klassisch fernsehen. Sie konsumieren lieber zeit- und ortsunabhängig nur noch diejenigen Inhalte, welche sie auch wirklich interessieren.»

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