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Opec senkt überraschend Öl-Fördermenge

Wegen der stark sinkenden Ölpreise drosselt die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre Fördermenge um 520'000 Barrel pro Tag. Der Markt reagiert bereits mit steigenden Ölpreisen.

Angesichts der «überversorgten Märkte» werde man ab sofort auch auf eine strikte Einhaltung der neuen Förderquoten achten, sagte der amtierende Opec-Präsident Chakib Khelil am frühen Mittwochmorgen vor Journalisten. Vor allem Saudi-Arabien hatte seit August deutlich mehr Rohöl gefördert als von der Opec vorgesehen.

Die Entscheidung der Ölminister kam letztlich überraschend. Opec- Analysten hatten damit gerechnet, dass die Konferenz die Quoten zumindest bis zur nächsten ausserordentlichen Sitzung am 17. Dezember in Algerien nicht antasten würde.

Preise fallen

Offiziell senkte die Konferenz der Ölminister die bisher gültige Förderquote von zurzeit 29,67 Millionen Fass auf 28,8 Millionen Fass. Dies entspreche der Quote vom September 2007, hiess es. Allerdings wurden bei der Berechnung die stark schwankende Förderung des Iraks und die Indonesiens nicht miteinbezogen. Zuletzt lag die reale Förderung aller 13 Opec-Länder bei über 32 Millionen Fass pro Tag.

Opec-Präsident Khelil betonte nach dem Treffen, er gehe davon aus, «dass die Preise trotz der Verringerung (der Produktion) weiter fallen» würden. Der zurzeit steigende US-Dollar werde sich mässigend auf die Preise auswirken.

Markt reagiert

Der Markt hat bereits reagiert: Die Ölpreise sind nach der Kürzung der Ölfördermenge leicht gestiegen. Ein Fass (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet im asiatischen Handel 103.66 US-Dollar. Das sind 40 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag.

Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober ist um 26 Cent auf 100.60 Dollar gestiegen. Gestern war der Brent-Preis erstmals seit fünf Monaten zeitweise unter 100 Dollar gefallen

Kürzung der Förderquoten nötig

Opec-Sprecher Omar Ibrahim erklärt, die gegenwärtige «Überversorgung» der Ölmärkte mache die Kürzung der Förderquoten nötig. Die jüngsten, deutlich gesunkenen Ölpreise deuteten zunehmend auf eine «Veränderung des Trends» zugunsten steigender Ölpreise hin.

Nicht zuletzt aufgrund der starken Überproduktion Saudi-Arabiens von rund 600'000 Barrel täglich war der Preis für Rohöl in den vergangenen Wochen von rund 147 US-Dollar auf knapp über 100 US-Dollar am Dienstag gesunken.

Die neue Förderquote von 28,8 Millionen Fass täglich schliesst die neuen Opec-Mitgliedsländer Ecuador und Angola ein, nicht aber den Irak und Indonesien, das bei der Tagung in der Nacht zum Mittwoch seine Mitgliedschaft in der Organisation bis auf weiteres suspendiert hat.

AP/bru

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