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Neues Rezept sichert Grosskonzern Staatshilfe

Der Milchverarbeiter Emmi hat das Rezept seines Caffè Latte angepasst - um weiterhin Subventionen zu erhalten.

Emmi machte 2013 einen Umsatz von rund 3,3 Milliarden Franken: Ein Mitarbeiter probiert einen Caffè Latte.
Emmi machte 2013 einen Umsatz von rund 3,3 Milliarden Franken: Ein Mitarbeiter probiert einen Caffè Latte.
Keystone

Bislang hatte Emmi, der grösste Milchverarbeiter der Schweiz, für die Herstellung seines Caffè Latte flüssige Magermilch verwendet. Für diese Art von Milch werden aber inzwischen keine Subventionen mehr bezahlt. «Seit Dezember 2012 bezahlt der Bund keine Ausfuhrbeiträge für flüssige Magermilch mehr», sagte Daniel Hug von der Oberzolldirektion und bestätigte damit einen Bericht des «Beobachters».

Um weiterhin staatliche Subventionen zu erhalten, hat Emmi daher die Rezeptur seines kalten Kaffees «geringfügig» angepasst. Was genau geändert wurde, teilt der Konzern nicht mit. Emmi betont jedoch, dass Caffè Latte nach wie vor aus frischer Milch und nicht mit Milchpulver hergestellt wird. Für Magermilchpulver und flüssige Milch mit einem höheren Fettgehalt werden weiterhin Ausfuhrbeiträge bezahlt.

«Solche leichten Anpassungen sind ein üblicher Vorgang», sagte Emmi-Sprecherin Esther Gerster. Sie wies darauf hin, dass solche auch aus anderen Gründen erfolgten, zum Beispiel aus Nachhaltigkeitsgründen bei den verwendeten Kaffeebohnen. «Das Beibehalten der Beiträge für den Rohstoffpreisausgleich ist ein zusätzlicher Nutzen.»

Höhere Milchpreise dank Subventionen

Ausfuhrbeiträge entschädigen exportierende Lebensmittelunternehmen für die hohen Rohstoffpreise in der Schweiz. Das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen und kommt der Landwirtschaft zugute, da die Milchverarbeitungsunternehmen dank der Subventionen höhere Milchpreise bezahlen können.

Es dürfen jedoch nur Produkte subventioniert werden, die auf der sogenannten Verpflichtungsliste LIX der Welthandelsorganisation (WTO) aufgeführt sind. Als die Rechtsgrundlage für die Ausfuhrbeiträge revidiert wurde, wurde festgestellt, dass flüssige Magermilch nicht auf der WTO-Liste aufgeführt ist.

Aufgrund dessen wurden die Vorschriften angepasst und die Verarbeiter von Magermilch informiert. «Bis zur Einstellung der Ausfuhrbeiträge wurde den betroffenen Firmen danach eine Übergangsfrist von 11 Monaten gewährt. Dadurch sollten die Unternehmen auch Zeit erhalten, um ihre Rezepturen anzupassen», sagte Hug von der Oberzolldirektion.

SDA/ldc

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