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Neuer Microsoft-Boss wird mit Gates-Video eingeführt

Lange gesucht, endlich gefunden: Der Nachfolger von Steve Ballmer als Microsoft-Chef ist bekannt. Karriere-News gibt es auch von Gründer Bill Gates.

Übernimmt von Steve Ballmer: Der interne Kandidat Satya Nadella. (Archiv, Juli 2013)
Übernimmt von Steve Ballmer: Der interne Kandidat Satya Nadella. (Archiv, Juli 2013)
Reuters
Gab am 23. August 2013 den Rücktritt vom CEO-Posten bei Microsoft bekannt: Steve Ballmer. (Archiv, Oktober 2012)
Gab am 23. August 2013 den Rücktritt vom CEO-Posten bei Microsoft bekannt: Steve Ballmer. (Archiv, Oktober 2012)
Reuters
Im Internet-Geschäft konnte der Konzern trotz grosser Anstrengungen bisher nicht mit Google mithalten.
Im Internet-Geschäft konnte der Konzern trotz grosser Anstrengungen bisher nicht mit Google mithalten.
Keystone
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Ein Firmenveteran soll den Windows-Riesen auf neue Pfade führen. Microsoft-Gründer Bill Gates wird das Verwaltungsratspräsidium abgeben und künftig die Rolle eines Technologie-Beraters einnehmen. Nach fast einem halben Jahr intensiver Suche wurde Satya Nadella auf den Spitzenjob berufen, wie der Windows-Konzern am Dienstag mitteilte.

Er war zuletzt für das Firmenkunden-Geschäft und die Cloud-Dienste zuständig. Über Nadella als wahrscheinlichen Kandidaten hatten US-Medien bereits vergangene Woche berichtet. Nadella ist seit 1992 bei Microsoft.

Grosse Herausforderungen

Der langjährige Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte im vergangenen August den Rückzug von der Firmenspitze binnen zwölf Monaten angekündigt. Seit die Suche läuft, waren unter anderem Ford-Chef Alan Mulally und Ericsson-Chef Hans Vestberg als mögliche Kandidaten gehandelt worden. Sie bleiben aber bei ihren Unternehmen. Ballmer wird Microsoft zufolge im Direktorium des US-Konzerns bleiben und Gründer Bill Gates künftig die Rolle eines Technologie-Beraters einnehmen.

Microsoft steht vor grossen Herausforderungen: Das PC-Geschäft, in dem das Unternehmen mit seinem Windows-Betriebssystem eine zentrale Rolle spielt, schrumpft. Im Internet-Geschäft konnte der Konzern trotz grosser Anstrengungen bisher nicht mit Google mithalten.

Auch Smartphones und Tablets mit Microsoft-Software haben bisher geringe Marktanteile. Microsoft will derzeit mit seiner Spielekonsole Xbox One und der Übernahme des Handy-Geschäfts von Nokia verstärkt zu einem Anbieter von Geräten und Diensten werden.

In einer Video-Aufnahme begrüsst Bill Gates den neuen Chef:

(Youtube)

Ein «Techie» und Mann der leisen Töne

Der 1967 in der indischen Grossstadt Hyderabad geborene Manager Nadella ist ausserhalb des Unternehmens bislang nur wenig in Erscheinung getreten. Dabei arbeitet Nadella seit 22 Jahren bei Microsoft und leitete zuletzt das für den Softwarekonzern enorm wichtige Cloud- und Unternehmens-Geschäft.

Zuvor war Nadella massgeblich an der Entwicklung der Suchmaschine Bing sowie des Bürosoftwarepakets Office beteiligt und hatte das Server-Geschäft zu verantworten. Bevor der heute 46 Jahre alte Branchenveteran 1992 zu Microsoft stiess, war der Elektroingenieur beim Silicon-Valley-Urgestein Sun Microsystems beschäftigt, das heute zu Oracle gehört.

Teamfähiger Manager

Kaum ein Nachfolger könnte bei Microsoft kontrastreicher zum noch amtierenden Chef Steve Ballmer ausfallen, der für seine lauten und extrovertierten Auftritte bekannt ist. Nadella ist eher ein Mann der leisen und überlegten Töne. Bei Microsoft gelte Nadella als beliebter «Techie» und teamfähiger Manager, der etwas von der Technologie hinter dem Business verstehe, schreibt die «Financial Times».

Als knallharter Geschäftsmann ist Nadella dagegen bislang nicht aufgefallen. Laut Medienberichten soll ihn deshalb der neue Verwaltungsratspräsident John Thompson im Dialog mit Investoren und Kunden unterstützen. Thompson übernimmt den Posten von Bill Gates, wie Microsoft am Dienstag bekannt gab.

Was ist in 10 Jahren?

Ballmer hatte zuletzt verstärkt auf Verbraucher-Produkte wie das Windows Phone, die Spielekonsole Xbox One und die Surface-Tablets gesetzt. Niemand wisse heute, was tatsächlich technologisch in zehn Jahren möglich sei, betonte Nadella zuletzt in Paris auf der Konferenz LeWeb. Die Digitalisierung von nahezu allem sei auf gutem Weg.

Er glaube, dass Daten und der vernünftige Umgang mit Daten die Zukunft prägen werden. Microsoft müsse sich jeden Tag neu erfinden. «Es würde uns nach 30 Jahren nicht mehr geben, wenn wir nicht in der Lage wären, neue Technologie-Wellen zu reiten.»

sda/afp/dapd/cpm

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