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Luzerner wird Chef der Kantonalbank

Armin Brun muss bei der BEKB die Digitalisierung vorantreiben und im Zinsgeschäft die Trendwende schaffen.

Auf dem Weg nach ganz oben: Armin Brun leitet ab Mitte 2019 die Berner Kantonalbank.
Auf dem Weg nach ganz oben: Armin Brun leitet ab Mitte 2019 die Berner Kantonalbank.
Nicole Philipp

Wegbegleiter beschreiben den künftigen Chef der Berner Kantonalbank als bedacht und gradlinig. Armin Brun sei kein Draufgänger, fahre kaum je aus der Haut und passe gut zur Kultur des Hauses. Mit seiner Erfahrung im Vertrieb der Postfinance könne er die Kantonalbank bei der Digitalisierung voranbringen.

Auf dem Weg an die Spitze einer Bank ist der 53-Jährige aber auch schon gescheitert. So galt er 2011 als Anwärter auf den Chefposten bei der Postfinance: Damals zog er gegen Hansr­uedi Köng den Kürzeren. Bei der Posttochter leitete Brun unter anderem die Bereiche Geschäftskunden und Marketing.

Auf Anfang 2017 holte ihn die damalige Postchefin Susanne Ruoff in die Chefetage des Konzerns, um die Bereiche Finanzen, Marketing und Personal zusammenzuführen. Dann kehrte er in die Bankenwelt zurück. Die Berner Kantonalbank ernannte ihn auf Anfang 2018 zum Leiter des Privat- und Firmenkundengeschäfts. Er wurde als Favorit für den Chefposten gehandelt.

Inzwischen verfügt Brun über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung. Und er absolvierte mehrere Managementausbildungen. Trotzdem prüfte der Verwaltungsrat auch externe Kandidaten. Allerdings waren in den letzten Monaten gleich mehrere Banken auf Chefsuche, allen voran Raiffeisen sowie auf dem Berner Bankenplatz die Valiant. Brun hat sich durchgesetzt und kann per 1. Juli 2019 Hanspeter Rüfenacht ablösen, der altershalber das Amt abgibt und die Bank verlassen wird.

Im Entlebuch aufgewachsen

Brun ist in Entlebuch LU aufgewachsen. Heute wohnt er am Sempachersee und pendelt seit seinem Eintritt bei der Postfinance im Jahr 2001 nach Bern. Er könne sich aber vorstellen, in Zukunft nach Bern zu ziehen, wenn seine drei jugendlichen Söhne aus dem Elternhaus ausgezogen sein werden, sagte Brun auf Anfrage. In seiner Freizeit bewege er sich gerne in der Natur: im Winter auf den Ski – seine Spezialität ist Telemark – und im Sommer beim Wandern oder Mountainbiken.

Bei der BEKB soll der neue Chef die Bank «noch stärker als kundennahe, digital fortschrittliche und nachhaltig erfolgreiche Bank positionieren». Was genau seine Pläne mit der Kantonalbank sind, dazu will sich Brun vor seinem Wechsel auf den Chefposten nicht äussern. Eine Hauptaufgabe ist es, die digitale Reichweite der Bank zu erhöhen, also insbesondere mit der App und dem E-Banking neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden über diese Kanäle an die Bank zu binden.

Ob es dazu noch ein so dichtes Filialnetz braucht wie heute, ist aber offen. Die Bank hat bereits einige kleinere Niederlassungen geschlossen, aber nicht so viele wie einige Konkurrenten. Und statt auf Videoschalter wie die Valiant setzte Brun als Leiter des Privat- und Firmenkundengeschäfts weiterhin auf den persönlichen Empfang vor Ort. Die Website hat die BEKB vor zwei Wochen erneuert, auch die noch relativ junge App soll weiterentwickelt werden.

Zur Entlöhnung des neuen Chefs äussert sich die BEKB vorerst nicht. Für 2017 hatte CEO Hanspeter Rüfenacht 1,93 Millionen Franken zugesprochen erhalten. 0,99 Millionen davon waren allerdings eine einmalige Einlage in die Pensionskasse.

Weitere Vakanzen

Zum neuen Stellvertreter des Chefs hat der Verwaltungsrat Alois Schärli ernannt. Dieser ist seit 2010 Finanzchef. Zwei Vakanzen bestehen aber noch: Für das Departement Privat- und Firmenkunden wird ein Nachfolger für Armin Brun gesucht. Und wie früher angekündigt, wird Stefan Gerber Ende Februar 2019 altershalber die Leitung des Anlage- und Grosskundengeschäfts abgeben. Diese Reihe von Vakanzen sorgte auch für Kritik, weil zu wenig interne Kandidaten aufgebaut worden seien.

Das Geschäft entwickelte sich nach Angaben der Bank aber bis zuletzt erfolgreich. Der Halbjahresgewinn 2018 hat sich um 2 Prozent auf 58 Millionen Franken erhöht, auch die Kundenausleihungen und die betreuten Vermögen nahmen zu. Weniger ergiebig war allerdings die wichtigste Geldquelle, das Zinsgeschäft. Hier wartet auf Brun eine delikate Aufgabe. Denn sowohl Gebührenerhöhungen bei den Sparkonten als auch höhere Hypothekarzinsen könnten viele Kunden vergraulen.

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