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Musk macht Ernst mit seinem Rückzug von der Börse

Tesla hat einen Sonderausschuss für den Rückzug von der Börse gegründet.

Ein Sonderausschuss soll über Börsenrückzug entscheiden: Elon Musk.
Ein Sonderausschuss soll über Börsenrückzug entscheiden: Elon Musk.
Kiichiro Sato, Keystone

War es ein Kifferwitz? Eine Provokation? Oder doch ein seriöser Plan? Wie ernst es Tesla-Chef Elon Musk mit seiner Ankündigung, Tesla von der Börse nehmen zu wollen, meint – darüber gehen die Meinungen auseinander. Viele deuteten seine Mitteilung letzte Woche noch als Bluff. Jetzt mehren sich die Zeichen, dass er seinen Plan durchaus durchziehen könnte.

Gestern gab das Unternehmen auf Twitter die Gründung eines Konzernleitungsausschusses bekannt, der einen möglichen Rückzug von der Börse ausloten soll. In diesem Komitee sitzen Brad Buss und Robyn Denholm, die beide bei Musks Energiefirma Solar City tätig waren. Weiter ist Linda Johnson Rice mit von der Partie, die zuvor Chefin verschiedener Medienfirmen war. Auffälligerweise ist Kimbal Musk, Elon Musks Bruder, nicht in dem Gremium vertreten.

Zweifel am Plan bleiben bestehen: Ohne Zustimmung des Sonderausschusses kann das Unternehmen nicht von der Börse genommen werden. Bisher gab es allerdings noch keinen formellen Vorschlag von Musk für eine entsprechende Transaktion. Der Ausschuss sei ausserdem bis jetzt noch zu keinem Schluss gekommen, ob eine solche Transaktion ratsam oder machbar sei.

Zusammenarbeit mit Goldman Sachs & Co.?

Weiter erklärte Musk auf Twitter, er arbeite mit einer Reihe von Beratern zusammen, um sein Vorhaben durchzuführen. Dabei nannte er Silver Lake und Goldman Sachs als Finanzberater sowie eine Reihe von Rechtsberatern.

Musk wolle damit Investoren und die US-Börsenaufsicht überzeugen, dass seine Pläne seriös seien, schreibt die «Financial Times». Die Zusammenarbeit mit Goldman Sachs sei noch nicht endgültig geklärt, berichteten derweil mit der Sache vertraute Personen dem «Wall Street Journal».

Für Goldman Sachs sei eine entsprechende Zusammenarbeit besonders kritisch. Denn seit der Finanzkrise seien Investmentbanken vorsichtiger geworden und prüften genau, welche Projekte ihrer Reputation schaden könnten. Mit Tesla zusammenzuarbeiten, könnte für das Unternehmen problematisch werden – bereits wenn man bedenkt, wie Musk seine Pläne für die Dekotierung Teslas über Twitter kommunizierte und sich damit bereits mehrere Klagen einheimste.

Unterstützung des Verwaltungsrats

Bereits am Montag hatte Musk versucht Vertrauen zu stiften, indem er erklärte, er habe die Unterstützung des Verwaltungsrats sowie des saudiarabischen Staatsfonds für eine Dekotierung seines Unternehmens. Der Staatsfonds habe mit ihm bereits seit fast zwei Jahren über einen Rückzug des Autobauers von der Börse gesprochen.

Er habe seit seiner Ankündigung vergangene Woche immer wieder Kontakt zu den Saudis gehabt, die sich jüngst mit fast fünf Prozent an Tesla beteiligt hatten. Das Interesse der Saudis habe ihn auch zu der Mitteilung über Twitter veranlasst, die Finanzierung sei gesichert.

Grossaktionäre reduzieren Anteile

Bekannt wurde derweil am Dienstag , dass zwei Grossaktionäre von Tesla im zweiten Quartal ihre Anteile am Elektroautohersteller deutlich reduziert hatten. Dies sei geschehen, bevor Tesla-Chef Musk zum ersten Mal über seine Pläne für einen Rückzug von der Börse getwittert habe, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

T. Row Price, zweitgrösster Aktionär nach Musk, habe die Anzahl Aktien um fast ein Viertel auf 11,9 Millionen verringert. Das geht aus einer Information für die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Die Fondsgesellschaft Fidelity Investments, die ebenfalls zu den grössten Aktionären gehört, hatte ebenfalls erklärt, ihr Aktienpaket um 21 Prozent geschmälert zu haben. Ob dies mit dem geplanten Rückzug von der Börse zu tun hat, ist nicht bekannt.

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