Zum Hauptinhalt springen

Murdoch spaltet sein Imperium auf

Aus News Corp. werden zwei Unternehmen: Medienmogul Rupert Murdoch trennt die Film- und Fernsehsparte von den Buch- und Zeitungsverlagen ab. Der Patriarch selbst behält die Zügel in der Hand.

War wegen des britischen Abhörskandals während Monaten in der Presse: Rupert Murdoch.
War wegen des britischen Abhörskandals während Monaten in der Presse: Rupert Murdoch.
Keystone

Murdochs News Corp. soll innerhalb des kommenden Jahres in zwei separate, an der Börse gehandelte Gesellschaften aufgespalten werden, wie das Unternehmen in New York mitteilte. Das profitablere Film- und Fernsehgeschäft wird demnach vom zuletzt schrumpfenden Verlagsgeschäft getrennt.

Murdoch selbst solle Oberaufseher beider Firmen werden und den Unterhaltungsbereich auch als Vorstandsvorsitzender leiten. Wer im Management der Printsparte an die Spitze rücken soll, blieb offen.

«Wir erkennen an, dass die grosse Ansammlung an Investitionen der News Corporation über die Jahre zunehmend komplex geworden sind», gab Murdoch laut der Mitteilung als Begründung für die Zerschlagung an. Die neue Struktur solle die Lenkung des Firmengeflechts erleichtern und es profitabler machen.

Unterhaltung und Print

Zur neuen Unterhaltungssparte sollen unter anderem die Fox- Fernsehsender und das Filmstudio «20th Century Fox» gehören, die zusammen mit den anderen elektronischen Medien schon heute drei Viertel des Umsatzes beisteuern.

In der Printsparte wären neben dem Flaggschiff «Wall Street Journal» auch die Londoner «Times», das britische Massenblatt «Sun» sowie zahlreiche weitere Zeitungstitel in den USA und Australien versammelt. Auch der Buchverlag Harper Collins gehört zur Printsparte.

Skandal um Boulevardblatt

Viele Anteilseigner fordern die Aufteilung des Imperiums seit langem, doch der Gründer und Patriarch hatte sich lange dagegen gesträubt. Schliesslich hatte Murdoch sein Imperium auf Zeitungen aufgebaut und erst später Film und Fernsehen hinzugekauft.

Der ganze Aufteilungsprozess solle in rund zwölf Monaten abgeschlossen sein, hiess es in der Mitteilung. Der Verwaltungsrat muss dem Plan dann seinen finalen Segen geben. Angesichts des starken Einflusses von Murdoch selbst, der rund 40 Prozent der Stimmrechte auf sich vereint, dürfte dies jedoch eine reine Formsache sein.

Zu Murdochs Umdenken dürfte der Abhörskandals bei der 2011 eingestellten britischen Sonntagszeitung «News of the World» beigetragen haben. Hier hatte sich die Schwäche des Medienriesen offenbart. Wegen des Skandals musste Murdoch seinen Plan aufgeben, den britischen Fernsehkonzern BSkyB komplett zu übernehmen.

AFP/kpn

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch