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Massive Schrumpfkur für BP

Der britische Energiekonzern will sein Geschäft in den USA massiv zurückfahren und Firmenteile für über 20 Milliarden Dollar verkaufen. So will sich BP wieder eine finanziell solide Basis geben.

Riesiger Imageverlust: Verunstaltete BP-Tankstelle in new York.
Riesiger Imageverlust: Verunstaltete BP-Tankstelle in new York.
Reuters

Wie die britische Zeitung «Sunday Times» berichtet, werden die Vorschläge eines Verkaufs wenig rentabler Raffinerien und Tankstellen sowie die Möglichkeit, im Ingenieursbereich seltener Fremdfirmen in Anspruch zu nehmen, derzeit mit den Aktionären besprochen. Wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist BP finanziell angeschlagen. «BP hat anscheinend akzeptiert, dass es ein kleineres Unternehmen sein wird», sagte ein nicht näher genannter Investor der «Sunday Times».

Die Verkaufsvorhaben des Konzerns gehen offenbar nochmals über bereits vorbereitete Veräusserungen hinaus, die laut einem Bericht der Zeitung «Financial Times» vom Freitag eine Gesamtsumme von 20 Milliarden Dollar bringen sollen. Das ist doppelt so viel, wie BP noch im Juni selbst angekündigt hatte. Gerüchten zufolge will der Öl-Multi vor allem gerne seine 12 Milliarden Dollar schweren Anteile an dem amerikanischen Unternehmen Apache verkaufen. Dies würde auch Anteile an dem grössten nordamerikanischen Ölfeld in Alaska einschliessen.

Diese Woche soll entscheiden werden

Laut «Sunday Times» könnten dieses Geschäft bereits abgeschlossen werden, bevor BP am 27. Juli seine Halbjahres-Geschäftsergebnisse vorlegt. Ein Sprecher wollte zu den Medienberichten keine Stellung nehmen. Nach Informationen der Zeitung «Mail on Sunday» soll am Donnerstag erstmals über mögliche Verkäufe entschieden werden.

Die Ölpest hat BP bisher nach eigenen Angaben 3,5 Milliarden Dollar gekostet. Ein Zehnfaches der Summe könnte noch an Schadenssatzforderungen hinzukommen. Die BP-Bohrinsel Deepwater Horizon war im April nach einer Explosion gesunken. Bislang strömten laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur zwischen 2,3 und 4,5 Millionen Barrel Öl ins Meer. BP hatte am Donnerstag die drei Ventile des neuen Abdichtzylinders geschlossen und damit zum ersten Mal das Auslaufen des Öls gestoppt.

(AFP)

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