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Lufthansa und Italien streiten über Etihad-Offensive

Clinch zwischen italienischer Regierung und Lufthansa: Weil die arabische Airline Etihad bei Alitalia ensteigen will, fordert Lufthansa Hilfe von der EU an. Das kommt in Italien nicht gut an.

Etihad will 40 Prozent an Alitalia kaufen: Flugzeug am Flughafen von Rom. (9. Dezember 2013)
Etihad will 40 Prozent an Alitalia kaufen: Flugzeug am Flughafen von Rom. (9. Dezember 2013)
AFP

Angesichts des geplanten Einstiegs der staatlichen Golf-Airline Etihad bei der klammen Alitalia fordert die Lufthansa die EU-Kommission zum Einschreiten auf. In Italien kommt der Vorstoss gar nicht gut an: «Es scheint so, als ob es nun die Lufthansa ist, die Angst vor Konkurrenz hat», sagte der italienische Verkehrsminister Maurizio Lupi. Die Regierung werde es nicht zulassen, dass die Lufthansa die EU dazu benutze, um Rivalen klein zuhalten.

Italien wolle auch eine Rolle in der Luftfahrt spielen - einer Branche von zentraler Bedeutung für das Land. «Die Bedenken der Lufthansa wegen des Deals mit Etihad zeigen, dass Alitalia auf dem richtigen Kurs ist.»

Hintergrund ist die Offensive von Etihad in Italien: Die Fluglinie aus dem ölreichen Golf-Emirat Abu Dhabi steht Insidern zufolge davor, für bis zu 300 Millionen Euro 40 Prozent an Alitalia zu kaufen.

«Wiederkehrende Subventionen und Teilverstaatlichung»

In den nächsten vier Wochen soll eine Strategie ausgearbeitet werden. Für Etihad wäre das ein grosser Coup: Alitalia befördert im Jahr 25 Millionen Passagiere, steckt aber wegen Management-Fehlern und starken Gewerkschaften in der Krise. Derzeit fliegen die Italiener 700'000 Euro Verlust ein - pro Tag.

Die Lufthansa, die auch die Muttergesellschaft der Swiss ist, warnt angesichts der Etihad-Pläne vor einer starken Rolle staatlich geförderter Airlines in Europa. Die Politik müsse sich für weltweit faire Rahmenbedingungen in der Luftfahrtbranche einsetzen, sagte ein Sprecher der Gesellschaft.

Europa sei mit seinen weitgehend privatisierten Fluglinien auf dem richtigen Weg. «Wiederkehrende Subventionen und die Teilverstaatlichung europäischer Airlines lehnen wir ab, unabhängig davon, ob sie von europäischen Staaten oder von Staaten oder Staatsbetrieben aus dem EU-Ausland kommen.» Deshalb müsse die EU-Kommission einschreiten und solche «Umgehungstaktiken» unterbinden.

Strategien ähneln sich

Ein Dorn im Auge sind der Lufthansa und anderen Fluglinien neben Etihad auch Emirates und Qatar Airways. Das Trio vom Persischen Golf lehrt mit gigantischen Flugzeugbestellungen und neuen Flugzielen im Wochentakt alteingesessenen Rivalen das Fürchten. Möglich ist das dank staatlicher Besitzer, die auf sprudelnde Öl- und Gaseinnahmen zurückgreifen können, geringen Arbeitskosten am Golf und Flughäfen, die jeden Tag 24 Stunden in Betrieb sind.

Die Strategien der drei Senkrechtstarter ähneln sich: Reisende sollen mit nur einem Umsteige-Stopp am Golf in die wichtigsten Städte der Welt gelangen.

SDA/ajk

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