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Londoner UBS-Angestellte erhebt nach Vergewaltigung Vorwürfe

Das Opfer beklagt sich in einem Brief über die schlechte Behandlung nach dem Übergriff. «Dieser Fall hat uns sehr betroffen gemacht», schreibt die UBS.

Die Vergewaltigung einer UBS-Angestellten in London gibt innerhalb und ausserhalb der Bank zu reden.
Die Vergewaltigung einer UBS-Angestellten in London gibt innerhalb und ausserhalb der Bank zu reden.
Chris Helgren, Reuters

Eben noch präsentierte sich die UBS in formidabler Verfassung. Ihre am Dienstag vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal überraschten positiv und sorgten an der Börse für Applaus. Was nun die Agentur Bloomberg und die «Financial Times» aktuell über die Grossbank berichten, wirft ein weniger gutes Licht auf diese.

Eine junge Angestellte der UBS, die ein Programm für Uniabsolventen bei der Investmentbank in London absolvierte, soll im vergangenen September von einem höher gestellten Mitarbeiter der Bank in dessen Londoner Wohnung vergewaltigt worden sein.

Die Frau informierte laut den Medienberichten die Personalabteilung der Bank kurz nach dem schweren Vorfall. Dort riet man ihr dem Vernehmen nach, den Übergriff der Polizei zu melden, was die Angestellte laut «Financial Times» auch getan hat. Gleichzeitig eröffnete die UBS eine interne Untersuchung, und der angeschuldigte Mitarbeiter wurde bald darauf beurlaubt. Im März hat er die Bank verlassen, noch bevor die Untersuchung abgeschlossen werden konnte. Auch das Vergewaltigungsopfer hat ihre Stelle in London gekündigt.

Das Opfer musste noch einen Monat lang mit dem mutmasslichen Täter in den gleichen Räumlichkeiten arbeiten.

Über die Art und Weise, wie die Personalabteilung der UBS ihren Fall behandelt hat, scheint die Frau indes schwer enttäuscht zu sein. In einem Mitte Juli an Andrea Orcel, Chef der UBS-Investmentbank, gerichteten Schreiben erhob sie bittere Vorwürfe. Laut «Financial Times», die offenbar Einsicht in den Brief bekommen hat, beklagte sich die Ex-Angestellte darüber, dass man sie in der Personalabteilung habe hängen lassen und ihr keine Informationen über den Stand der internen Ermittlungen gegeben habe.

Ferner gab die Frau in dem Schreiben an, dass sie nach der Vergewaltigung noch einen Monat lang mit dem mutmasslichen Täter in den gleichen Büroräumlichkeiten arbeiten musste. Auch berichtete die Frau an Orcel, dass andere UBS-Angestellte bis hin zu solchen in leitender Stellung über sie gewitzelt hätten und nun «aufpassen müssten, was sie in ihrer Nähe noch sagen dürfen» für den Fall, dass die Frau ebenfalls die Personalabteilung informiere.

UBS «sehr betroffen»

Die UBS wollte nicht näher auf den Fall eingehen. «Wir können ihn aufgrund der Vertraulichkeit gegenüber den Mitarbeitern nicht öffentlich diskutieren», teilt die Bank auf Anfrage mit. Ferner heisst es in der schriftlichen Stellungnahme: «Dieser Fall hat uns sehr betroffen gemacht.»

Wie die UBS sodann herausstreicht, wende sie eine «strikte Null-Toleranz-Regel gegenüber sexuellem Missbrauch und Belästigungen» an und untersuche «sämtliche Anschuldigungen sofort und konsequent». Man habe «strikte Richtlinien und Prozesse, die wir bei solchen Prozessen mit der grössten Sorgfalt anwenden».

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