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Langenthaler Bucher AG im Visier der Weko

Die Wett­bewerbskommission (Weko) hat eine Untersuchung gegen zwei Firmen eröffnet, die das Produkt Adblue in der Schweiz vertreiben.

Der Mineralölhändler Bucher Motorex steht unter Verdacht, gegen das Kartellgesetz verstossen zu haben.
Der Mineralölhändler Bucher Motorex steht unter Verdacht, gegen das Kartellgesetz verstossen zu haben.

Es bestünden Anhaltspunkte, dass die Bucher AG Langenthal und die Brenntag Schweizerhall AG beim Vertrieb von Adblue die Kunden unter sich aufgeteilt hätten, teilt die Weko mit. Dies wäre ein Verstoss gegen das Kartell­gesetz. In einer Untersuchung wollen die Wettbewerbshüter prüfen, ob der Mineralölhändler Bucher Motorex und der weltgrösste Chemikaliengrosshändler Brenn­tag verbotenerweise Absprachen getroffen haben.

Es ist nicht die erste Weko-Untersuchung gegen Bucher. Im Juni 2016 war von möglicher Preisabsprache und Kundenzuteilung beim Vertrieb von Gerätebenzin mit dem schwedischen Unternehmen Husqvarna die Rede. Diese Untersuchung sei nicht abgeschlossen, sagt ein Weko-Sprecher. Man rechne mit einem Abschluss im ersten Quartal 2018.

Sowohl Bucher als auch Brenntag seien bedeutende Player beim Vertrieb von Adblue in der Schweiz, sagt Weko-Vizedirektor Patrik Ducrey zur neu eröffneten Untersuchung. Der Markt wachse, weil die neusten Dieselmotoren in Autos und Lastwagen Adblue zur Abgasreinigung einsetzen würden. Kunden beider Firmen seien Tankstellenbetreiber und grosse Transportfirmen.

Die Untersuchung habe keinen Zusammenhang mit dem Abgasskandal, so Ducrey. Adblue spielt dabei eine wichtige Rolle: Weil Autohersteller wie VW zu kleine Adblue-Tanks in die Autos einbauten, erfanden sie eine Betrugssoftware, um den Verbrauch zu senken. Mit der Software halten die Dieselautos zwar die Grenzwerte ein, weil genug Adblue eingespritzt wird. Im Alltag regelt die Software den Adblue-Konsum runter, womit ein Vielfaches an Stickoxid ausgestossen wird. Adblue besteht zu einem Drittel aus Harnstoff und zu zwei Dritteln aus destilliertem Wasser. Auch Diesellastwagen geben zu reden. In der Schweiz wurden 2017 fast 200 Camions erwischt, die mit illegalen Geräten oder Software zur Adblue-Manipulation unterwegs waren.

sda/jpw

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