Zum Hauptinhalt springen

L'Oréal-Deal bringt Nestlé Milliarden

Der Lebensmittelriese hat seinen Anteil am französischen Kosmetikhersteller L'Oréal reduziert – und kauft stattdessen einen Schweizer Hautprodukthersteller.

Schafft die Tochtergesellschaft Skin Health: Logo von Nestlé in Vevey. (Archivbild)
Schafft die Tochtergesellschaft Skin Health: Logo von Nestlé in Vevey. (Archivbild)
Keystone

Nestlé verkauft einen Teil der Beteiligung an den französischen Kosmetikkonzern L'Oréal zurück. Der Nahrungsmittelriese erhält dadurch 3,4 Milliarden Euro in bar und bringt zudem den Westschweizer Hautmittelspezialisten Galderma, bisher ein Gemeinschaftsunternehmen mit L'Oréal, ganz in seinen Besitz.

Nestlé wird künftig 23,29 Prozent am französischen Grosskonzern halten, wie mitgeteilt wurde. Bisher hatte der Weltkonzern mit Sitz in Vevey VD 29,4 Prozent der Aktien gehalten.

Die Beteiligungsreduktion nährte Spekulationen, dass sich Nestlé ganz von L'Oréal trennen könnte. Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck dementierte an einer Medienkonferenz in Paris jedoch, dass der Deal der Beginn des Ausstiegs bei L'Oréal sei. Die Beteiligung bleibe substantiell, auch die Beziehungen zur L'Oréal-Dynastie Bettencourt Meyers seien stark.

Nestlé halte nun einen Anteil etwa im Umfang, wie er vor zehn Jahren bestanden habe, sagte Brabeck. Nestlé bleibt im Aufsichtsgremium von L'Oréal vertreten, allerdings nur noch mit zwei statt wie bisher mit drei Verwaltungsräten.

Lukrativer Markt

Nestlé will vermehrt Produkte mit gesundheitlichem Nutzen anbieten. Mit der Übernahme des Pharmazeutik- und Hautmittelunternehmens Galderma schafft Nestlé die Sparte «Skin Health» und verbreitet damit die Präsenz im lukrativen Markt für Schönheit, Gesundheit und Wellness. Dieser Markt wächst auch dank des steigenden Wohlstands in den Schwellenländern.

Für die Analysten der Bank Notenstein kann sich diese Strategie längerfristig auszahlen. In der Konzerneinheit Skin Health enthalten seien auch Pflegeprodukte für Säuglinge und Kleinkinder, für die es einen vielversprechenden Markt gebe, schreiben die Experten.

Mit dem Deal, der insgesamt 6,5 Milliarden Euro schwer ist, macht Nestlé zudem kräftig Kasse. Für den Komplettkauf von Galderma braucht Nestlé nur 3,1 Milliarden Franken. Es bleibt aus dem Erlös ein Anteil von 3,4 Milliarden Euro, die Nestlé in bar einstreichen kann.

Aktienrückkauf

Diese Beträge beflügelten die Erwartungen der Anleger: Herumgeboten wurde laut Analysten etwa die Möglichkeit, dass Nestlé mit den Mitteln Aktien zurückkaufe oder Geld über Ausschüttungen an seine Aktionäre zurückfliessen lasse. Nestlé hat in der Tat ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt.

An der Börse schaffte es der Nestlé-Aktienkurs dennoch nur ganz kurz ins Plus. Bei Handelsschluss lag der Wert der Titel um 0,8 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages. Gemessen am Swiss Market Index notierte der Gesamtmarkt um 0,4 Prozent höher.

Die Aktie von L'Oréal hüpfte in Paris mit einem Kurssprung in den Handel. danach drehte der Wert aber ebenfalls ins Minus. Bei Handelsschluss tendierte die Aktie 3,3 Prozent tiefer als am Montagabend. Dies, obwohl der Konzern die von Nestlé zurückgekauften Aktien vernichtet, was den für Anleger wichtigen Gewinn pro Aktie erhöht.s, obwohl der Konzern die von Nestlé zurückgekauften Aktien vernichtet, was den für Anleger wichtigen Gewinn pro Aktie erhöht.

SDA/ajk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch