Zum Hauptinhalt springen

Katastrophen 2015 verursachen Schäden von 92 Milliarden Dollar

Den grössten Schaden richtete letztes Jahr das Erdbeben in Nepal an. Am teuersten waren die Explosionen in der chinesischen Stadt Tianjin.

Massives Erdbeben: Im April 2015 wurden in Nepal etwa 9000 Menschen getötet und eine halbe Million Häuser zerstört.
Massives Erdbeben: Im April 2015 wurden in Nepal etwa 9000 Menschen getötet und eine halbe Million Häuser zerstört.
Keystone

Die Schäden durch Katastrophen sind im vergangenen Jahr etwas höher ausgefallen als bisher geschätzt. Insgesamt hätten Katastrophen 2015 weltweit gesamtwirtschaftliche Schäden von 92 Milliarden Dollar verursacht, bilanzierte Swiss Re in ihrer neuesten Sigma-Studie.

Im Dezember hatte der Rückversicherer die gesamtwirtschaftlichen Katastrophenschäden noch auf rund 85 Milliarden Dollar geschätzt. Trotz des Anstiegs ist das immer noch ein Fünftel weniger als im Vorjahr, als Schäden von 113 Milliarden Dollar zu beklagen waren, wie die Swiss Re am Mittwoch bekannt gab.

Glimpfliche Hurrikansaison

Damit bewegen sich die weltweiten Katastrophenschäden nach wie vor auf einem sehr tiefen Niveau. Im Zehnjahresdurchschnitt betragen die gesamtwirtschaftlichen Schäden 192 Milliarden Dollar.

Die vergleichsweise geringen Katastrophenschäden seien zu einem grossen Teil der glimpflich verlaufenen Hurrikansaison in den USA zu verdanken, hiess es in der Studie. Letztes Jahr sei erneut kein grosser Hurrikan in den USA auf Land getroffen. Ist dies der Fall, werden die Schäden dort in der Regel sehr teuer.

Weniger Schäden durch Naturkatastrophen

Die von Naturkatastrophen verursachten Schäden fielen im vergangenen Jahr mit 80 Milliarden Dollar kleiner aus als 2014 (104 Milliarden Dollar). Dagegen waren die von Menschen verursachten Schäden mit 12 Milliarden Dollar höher als im Vorjahr (9 Milliarden Dollar).

Den grössten Schaden richtete das Erdbeben in Nepal an, das im April den Himalaya-Staat mit einer Stärke von 7,8 erschütterte, etwa 9000 Menschen tötete und eine halbe Million Häuser zerstörte. Mit den Auswirkungen in Indien, China und Bangladesh verursachten die Erdstösse gesamtwirtschaftliche Schäden von schätzungsweise 6 Milliarden Dollar, wie es in der Studie hiess.

Das war die schlimmste Katastrophe für Nepal seit über 80 Jahren. Weil in dem Land allerdings kaum jemand versichert ist, tragen die Versicherungen davon nur etwa 160 Millionen Dollar.

Teure Explosionsschäden

Insgesamt beläuft sich der Gesamtschaden für die Versicherer aus den Katastrophen weltweit auf 37 Milliarden Dollar. Das ist 1 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr.

Am teuersten für die Branche ist die Explosionsserie im Hafen der chinesischen Stadt Tianjin am 12. August. Die Detonationen rissen 173 Menschen in den Tod und verursachten weit mehr Verletzte. Zudem beschädigten sie Fahrzeuge, Schiffscontainer und Produktionsanlagen. Weil der Hafen wegen der Gefahr von Folge-Explosionen und für die Aufräumarbeiten zur Sperrzone erklärt worden sei, seien die Schätzungen der Schäden für die Versicherer schwierig, hiess es.

Den versicherten Schaden schätzt die Swiss Re provisorisch auf 2,5 Milliarden bis 3,5 Milliarden Dollar. Für den gesamtwirtschaftlichen Schaden gibt der Konzern keine Zahl an.

Überschwemmungen in Grossbritannien und Irland

Am zweitteuersten für die Assekuranz wurde ein Wintersturm in den USA, der im Februar 2015 wütete. Für dessen Schäden müssen die Versicherer 2,1 Milliarden Dollar bezahlen. Dahinter folgten Unwetter und Waldbrände in den USA. In Europa richteten Überschwemmungen in Grossbritannien und Irland im Dezember versicherte Schäden von schätzungsweise 1,9 Milliarden Dollar an.

Insgesamt sind im vergangenen Jahr bei den Katastrophen weltweit 26'000 Menschen ums Leben gekommen. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr 2014.

SDA/kko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch