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Jungfraubahnen: Rekordergebnis und Fukushima-Effekt

Die Jungfraubahn im Berner Oberland profitiert vom schwachen Euro. Dieser hat Europareisen für asiatische Touristen noch attraktiver gemacht. Einen Abstecher auf das Jungfraujoch liessen sich insbesondere Reisende aus Japan, Südkorea und Indien nicht entgehen.

Die Jungfraubahnen blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück.
Die Jungfraubahnen blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück.
Fritz Lehmann

Das Touristenmagnet mit der höchsten Eisenbahnstation Europas auf 3454 Metern über Meer zog im letzten Jahr total 672'000 Personen an, sagte Jungfraubahn-Geschäftsleiter Urs Kessler am Mittwoch vor den Medien. Zum Gesamtumsatz der Jungfraubahn-Gruppe von noch nie da gewesenen 138,6 Millionen Fr. steuerte das beliebte Ausflugsziel knapp 60 Prozent bei. Vor allem der Gruppenreiseverkehr nahm stark zu.

Auch das zweitwichtigste Standbein der Jungfraubahn-Gruppe, das Geschäft mit den Wintersportlern, erwies sich 2010 mit einem Umsatzplus von 6,5 Prozent und Einnahmen von 44,7 Millionen Fr. als Wachstumstreiber. Mit den Pisten Grindelwald-First, Kleine Scheidegg- Männliche und Mürren-Schilthorn gehört die Jungfrau Skiregion zu den meist frequentierten Skigebieten der Schweiz.

Gutes Ergebnis trotz starkem Franken

Das Gruppenwachstum, zusammen mit einem neuen Rekordgewinn von 22,6 Millionen Franken, konnte in einer Zeit erzielt werden, in der sich die Tourismusbranche über den starken Franken und das Fernbleiben ausländischer Touristen beklagte.

Die Tourismusströme aus den Euro-Ländern seien tatsächlich gebremst worden, erklärte Kessler. «Für unsere wichtigsten Kunden aus Asien sind Europareisen wegen des schwachen Euro aber gleichzeitig attraktiver geworden. Diese Touristen gönnten sich dann halt auch einen Kurzaufenthalt in der Schweiz».

Deutliche Einbussen im Monat Mai verursachte der isländische Vulkan Eyjafiallajökull, der im Spätfrühling den Flugverkehr in Europa lahmlegte.

Japan-Katastrophe belastet 2011

Im laufenden Jahr bekommt die Jungfraubahn, wie andere Unternehmen auch, die Folgen des Erdbebens und der Atomkatastrophe in Japan zu spüren. Rund ein Dutzend japanische Reisegruppen hätten ihre Europareisen in den vergangenen Wochen annuliert.

Das zeigt Auswirkungen in den Kassen der Hotels, Gastronomiebetrieben und anderen Tourismusdienstleistern: Ein japanischer Hotelgast lässt im Tourismusgebiet laut Jungfraubahn- Verwaltungsratspräsident Thomas Bieger rund 300 bis 400 Franken liegen, «Souvenirkäufe nicht berücksichtigt».

Abgerechnet werden könne aber erst Ende Jahr: «Die Hochsaison mit den japanischen Touristen ist von Juni bis September». Ansonsten gab sich Bieger optimistisch. Die höheren Besucherzahlen aus den übrigen asiatischen Ländern sollten die Japan-Ausfälle kompensieren können.

SDA/js

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