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Industrie sieht «Silberstreifen am Horizont»

Zum ersten Mal seit anderthalb Jahren wächst die europäische Wirtschaft wieder. Das hebt auch die Stimmung bei den Schweizer Industriefirmen: Sie rechnen nach einer Durststrecke wieder mit besseren Zahlen.

fko
Exportzahlen nehmen stark zu: Lagerhalle einer Stahlfirma in Dietikon. (Archivbild)
Exportzahlen nehmen stark zu: Lagerhalle einer Stahlfirma in Dietikon. (Archivbild)
Keystone

Die Schweizer Industriellen müssen nach wie vor um ihre Aufträge kämpfen. Der starke Franken und die anhaltend hinkende Weltkonjunktur machen der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) zu schaffen. Der Aufschwung liess auch im ersten Halbjahr 2013 auf sich warten. Trotzdem sieht der Branchenverband Swissmem erste Anzeichen für eine Verbesserung der Lage.

Nach sieben Quartalen mit schlechten Geschäftszahlen schlägt Swissmem-Direktor Peter Dietrich neue Töne an: «Es zeigt sich ein erster heller, wenn auch dünner Silberstreifen am Horizont.» Optimistisch stimmt Dietrich, dass ein Grossteil der Swissmem-Mitglieder in einer Umfrage die eigene Zukunft positiv bewertet.

Wichtiges Signal aus Textilindustrie

Viele Firmen glaubten an den Aufschwung und neue Aufträge – vor allem, weil die Wirtschaft in der EU erstmals seit anderthalb Jahren wieder wächst, sagte Dietrich am Dienstag vor den Medien in Bern. Die MEM-Industrie exportiert über 60 Prozent ihrer Güter in die EU.

Zudem betonte der Swissmem-Direktor, dass sich vor allem Textilmaschinen wieder besser verkaufen. «Die Textilmaschinenhersteller sind eine typisch frühzyklische Subbranche der MEM-Industrie.»

Gehe es dort bergauf, sei das ein wichtiges Signal, weil dies häufig ein Anzeichen für ein Anziehen der gesamten Wirtschaft darstelle. «Wir haben die Hoffnung, dass sich das Momentum auch auf andere Branchen übertragen wird.»

Anhaltender Gegenwind

Die jüngsten Zahlen des vergangenen Halbjahrs zeigen dagegen ein wenig erfreuliches Bild. Die Branche steht nach wie vor unter grossem Druck. Das zweite Quartal 2013 war das siebte in Folge, dass eine rückläufige Zahl an Auftragseingängen verzeichnete. Das Minus betrug 4,3 Prozent. Gegenüber dem ersten Quartal, als das Minus lediglich bei 0,8 Prozent lag, hat sich die rückläufige Entwicklung damit beschleunigt. Insgesamt gingen die Aufträge im ersten Halbjahr um 2,5 Prozent zurück.

Entsprechend tief ist die Auslastung bei den Betrieben. Mit nur gerade 82,5 Prozent liegt die Auslastung deutlich unter dem langjährigen Schnitt von 86,1 Prozent. Das zwingt die Industriellen, Kosten zu sparen und Kapazitäten laufend anzupassen.

Der Umsatz der MEM-Branche sank gegenüber der Vorjahresperiode um 1,3 Prozent. Von der aktuellen Entwicklung sind Grossfirmen und KMU laut Swissmem gleichermassen betroffen.

Auch die Exportzahlen passten in dieses Bild: Die Güterausfuhren der MEM-Industrie reduzierten sich im ersten Semester um 1,5 Prozent. Insbesondere die angespannte Lage in China und Indien machte den Unternehmen zu schaffen. Die Ausfuhren nach Asien nahmen um 3,6 Prozent ab. Auch die Exporte in den europäischen Raum waren mit -0,9 Prozent rückläufig.

Doch auch hier gibt es Hoffnung. «Die Exportzahlen nahmen im Juli stark zu», sagte Dietrich. Es bestehe also die Hoffnung, dass er bald ein positiveres Bild der Lage der Schweizer MEM-Industrie zeigen könne. «Die Unternehmen sind nach ihrer Fitnesskur der vergangenen Jahre bestens gerüstet, um die sich bietenden Chancen zu packen.»

(SDA)

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