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«Ich habe mich immer diesen Aufgaben gestellt»

Josef Ackermann stichelt gegen seinen Nachfolger bei der Deutschen Bank. In Bezug auf die Ermittlungen im Libor-Skandal wirft der Schweizer Banker Anshu Jain Fehlverhalten vor.

Haben das Heu nicht auf der gleichen Bühne: Josef Ackermann (rechts) und Anshu Jain. (Archivbild)
Haben das Heu nicht auf der gleichen Bühne: Josef Ackermann (rechts) und Anshu Jain. (Archivbild)
Keystone

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat seinen Nachfolger Anshu Jain wegen dessen Absage, dem Bundestagsfinanzausschuss zum Skandal um Zinsmanipulationen der Branche Rede und Antwort zu stehen, ungewöhnlich offen kritisiert.

Jain schickt Vorstandskollegen vor

«Ich habe mich immer diesen Aufgaben gestellt», sagte der Schweizer gestern Abend auf einer Veranstaltung des «Handelsblattes» in Frankfurt. «Ich finde, dass der Chef hier auf die Bühne gehört.»

Der vom Bundestag vorgeladene Jain zieht es jedoch vor, seinen Vorstandskollegen Stephan Leithner zu schicken. Leithner soll als der für Rechtsfragen zuständige Vorstand dem Finanzausschuss in Berlin an diesem Mittwoch die Sicht der Deutschen Bank erläutern. Darüber hinaus ist auch der frühere Risikochef Hugo Bänziger geladen.

Ermittlungen laufen seit Monaten

In dem beispiellosen Skandal um die Manipulation von Referenzzinssätzen ermitteln Behörden seit Monaten weltweit gegen Grossbanken, darunter die Deutsche Bank.

Den Geldhäusern wird vorgeworfen, zwischen 2005 und 2009 Zinssätze wie Libor und Euribor zu ihren Gunsten manipuliert zu haben, um ihre Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne zu kassieren. Allein auf dem Libor beruhen Finanztransaktionen im Volumen von schätzungsweise 500 Billionen Euro.

Ackermann nannte die Manipulationen «kriminell und absolut unentschuldbar». Er selbst hätte nie gedacht, dass so etwas möglich sei.

Im Falle der Deutschen Bank läuft schon länger eine Sonderprüfung der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Sie untersucht, ob das Institut strukturell genug getan hat, um Manipulationen im eigenen Hause zu verhindern. Die Libor-Vorwürfe betreffen das Investmentbanking, das jahrelang von Jain selbst geleitet wurde.

SDA/mrs

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