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Holcim-Grossaktionäre senden positive Signale aus

Die Chancen sind gestiegen, dass es zum Zusammenschluss der Zementriesen Holcim und Lafarge kommt. Der US-Fonds Harris, Besitzer von 6,4 Prozent Holcim-Aktien, könnte den Deal unterstützen.

Seine Ankündigung löst positive Reaktionen aus: Designierter Konzernchef von LafargeHolcim, Eric Olsen. (9. April 2015)
Seine Ankündigung löst positive Reaktionen aus: Designierter Konzernchef von LafargeHolcim, Eric Olsen. (9. April 2015)
Reuters

Die Chancen, dass die Fusion der Zementkonzerne Holcim und Lafarge zustande kommt, sind am Mittwoch gestiegen. Zwei bisher kritisch eingestellte Grossaktionäre sandten positive Signale zum geplanten Zusammenschluss der Zementriesen aus.

«Wir tendieren dazu, den Holcim-Lafarge-Deal zu unterstützen», liess sich David Herro, der Investitionschef des US-Fonds Harris, am Mittwoch auf der Internetseite der Wirtschaftszeitung zitieren. Harris ist mit 6,4 Prozent Anteil der drittgrösste Aktionär von Holcim.

Noch an der Generalversammlung vom Montag hatte sich der Fonds nicht in die Karten schauen lassen. Die US-Investmentfirma hatte sich vorher kritisch geäussert und ihre Zustimmung zum Deal von der Frage abhängig gemacht, wer Chef des neuen Unternehmens wird.

Bereits in der Wochenendpresse hatte Holcim-Verwaltungsratspräsident Wolfgang Reitzle die Hoffnung geäussert, dass Harris nun der Fusion nach der Ernennung von Eric Olsen zum designierten Konzernchef von LafargeHolcim zustimmen werde.

Eurocement will Verwaltungsratssitz

Der zweitgrösste Holcim-Aktionär Eurocement teilte derweil mit, im Verwaltungsrat des neuen Konzerns einen Sitz einnehmen zu wollen. Für den Posten werde der Eurocement-Eigner Filaret Galtchev nominiert, teilte Eurocement mit. Auch Eurocement bekannte sich bislang nicht zur Fusion; tut dies aber auch in seiner Mitteilung nicht explizit.

Ein Holcim-Sprecher sagte, man habe die Interessensbekundung zur Kenntnis genommen. «Entsprechend prüfen wir die Möglichkeiten, wie das stattfinden kann.» Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle hatte Eurocement einen Sitz angeboten. Man hoffe, Holcim und Reitzle stünden zu ihrem Vorschlag, schrieb Eurocement weiter.

Die Nomination von Galtchev birgt Zündstoff, da er als Eurocement-Eigentümer auch direkter Konkurrent von Holcim ist. Reitzle sagte, Galtchev werde im Rat bei gewissen Geschäften nicht mitreden können. Am Dienstag hatte Holcim mitgeteilt, dass ein 14-köpfiger Verwaltungsrat den neuen Konzern LafargeHolcim führen soll. Beiden Fusionspartnern sollen sieben Sitze zustehen.

Kritik von Aktionärsvertretern

Am Mittwoch meldeten sich allerdings auch Aktionärsvertreter, die der Fusion kritisch gegenüber stehen, mit einer Mitteilung via Internet zu Wort. Sie befürchten Nachteile für die Holcim-Aktionäre bei einem Zusammenschluss mit Lafarge. Die Interessengruppe «Pro Holcim» veröffentlichte eine lange Liste mit Fragen an die Unternehmensspitze des Zementkonzerns.

Sie verlangen unter anderem Präzisierungen der Fusionsbedingungen im Vorfeld der ausserordentlichen Generalversammlung vom 8. Mai. Zudem wollte die Gruppe wissen, ob die Geschäftsleitung über einen Rückzugsplan verfügt, sollte sich die Unternehmensleistung von Lafarge weiter verschlechtern.

Auch die erhöhte Verschuldung des französischen Konzerns ist ihnen ein Dorn im Auge. Sie fürchten, dass auch die Ausschüttungen an die Holcim-Aktionäre abnehmen – trotz gegenteiliger Beteuerung des Managements. Denn der Bargeldfluss verringere sich.

«Pro Holcim» geht aus einer Kommunikationsagentur und anonymen Aktionären der Holcim Dynamics Gruppe hervor. Ihre Kritikpunkte dürften auch Thema sein bei der Fusions-Werbetour, die Insidern zufolge Ende der Woche beginnt.

SDA/chk

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