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«Heute geht es der UBS Bern wieder besser»

Reto Heiz ist Leiter der Region Bern der UBS. Im Verlaufe der Krise hat die Region Bern rund fünf Prozent der Kundengelder verloren. In dieser Zeit sei es wichtig gewesen, die Mitarbeiter mit Informationen zu versorgen, so Heiz.

Wie laufen die Geschäfte der UBS in der Region Bern? Reto Heiz: Die Krise führte auch bei uns zu gewissen Blessuren. Diese betreffen vor allem verlorene Kundengelder. Zudem haben uns Mitarbeiter verlassen, die wir gerne behalten hätten. Heute geht es der UBS Bern wieder besser, das Geschäft beginnt sich zu erholen: Wir machen im Hypothekargeschäft Fortschritte und konnten die Entwicklung der Kundengelder inklusive der verwalteten Vermögen stabilisieren.

Wie hoch waren die Abflüsse der Kundengelder in den vergangenen zwei Jahren? Ich möchte es so formulieren: Der allergrösste Teil der Kunden in der Region Bern – gegen 95 Prozent – ist uns treu geblieben. Das heisst, die Abflüsse bei den Kundengeldern – inklusive verwalteter Vermögen – beliefen sich auf etwas mehr als fünf Prozent. Je nach Kundengruppe gibt es zudem Unterschiede. So haben beispielsweise unsere Kunden im Firmenkundengeschäft grundsätzlich weniger reagiert als unsere Privatkunden.

Was hat den UBS-Mitarbeitern im Raum Bern und Ihnen während der Krise am stärksten zu schaffen gemacht? Die Mitarbeiter haben eine schwierige und herausfordernde Zeit hinter sich. Sie konnten es nicht verstehen, dass die Bank solche Fehler gemacht hat. Hinzu kam, dass die Unsicherheit über den Verlauf der Krise lange Zeit hoch war. Und schliesslich machte allen auch die nicht abreissende Serie von Negativmeldungen zu schaffen. Auch ich persönlich hätte nie gedacht, dass ich bei der UBS einmal solche Erfahrungen machen muss.

Welche Massnahmen haben Sie getroffen? Ich habe in erster Linie die Mitarbeiterkommunikation in der Region verstärkt. So habe ich beispielsweise unsere Filialen viel häufiger besucht, ich war öfters in der Schalterhalle anwesend und habe mit unseren Kunden gesprochen. Bei grösseren Ereignissen habe ich ad-hoc Telefonkonferenzen durchgeführt, in die sich alle Mitarbeitenden der Region einwählen konnten.

Als langjähriger Chef des Marktgebietes Berner Oberland sind Sie in Thun eine bekannte Person. Wurden Sie beim Samstagseinkauf ständig angesprochen? Das war tatsächlich der Fall. In der Einkaufsstrasse Bälliz haben viele mit mir das Gespräch gesucht. Das ist auch gut so, denn es gab in der Tat vieles zu erklären. Zwischendurch war es aber auch wichtig, sich ein wenig Distanz zu verschaffen. Deshalb habe ich gelegentlich ein Wochenende in Mailand, in München oder an der Lenk verbracht.

Was braucht die UBS nun, damit sie wieder richtig Tritt fasst? Die UBS muss wieder schwarze Zahlen schreiben. Dies ist eine unabdingbare Bedingung, um das Vertrauen der Kunden und der Öffentlichkeit wieder zurückzugewinnen. Zudem müssen die Mittelabflüsse gestoppt werden. Nebst diesen globalen Themen können auch wir in der Region Bern mithelfen, indem wir als verlässlicher und kompetenter Partner gegenüber Kunden auftreten und ihnen einen einwandfreien Service bieten.

Der ehemalige UBS-Präsident Marcel Ospel liess sich während seiner Amtszeit nie in Bern blicken. Von aussen erhält man den Eindruck, dass die Regionen allgemein und die Region Bern im Speziellen wieder mehr Gewicht erhält. Trifft dies zu? Die Führung der Bank ist sich bewusst, dass die UBS Schweiz ein entscheidender Pfeiler der Bank ist. Die Region Bern trägt etwa zehn Prozent dazu bei. Zudem haben die zwölf Regionaldirektoren innerhalb der UBS eine bedeutendere Stellung als früher.

Die Credit Suisse hat Hans-Ulrich Müller als Mister CS in Bern positioniert. Haben Sie den Auftrag, eine ähnliche Positionierung zu erlangen? Ich habe den Auftrag, der UBS in Bern ein Gesicht zu geben, und habe diese Rolle sehr gerne angenommen. Das muss nicht pompös sein, man kann das auf eine einfache Art machen. Unsere Kunden sollen wissen: Wenn sie ein Problem mit der UBS haben, dann können sie zu mir kommen.

Als Leiter der Region Bern haben Sie einen guten Überblick über den Gesundheitszustand der Berner Unternehmen. Wie schätzen Sie diesen ein? Die Berner Industrieunternehmen waren zu Beginn der Krise viel weniger stark verschuldet, als dies in früheren Krisen der Fall war. Zudem hatten sie vergleichsweise gute Liquiditätspolster und reagierten rasch auf den Umsatzrückgang im letzten Jahr. Die Zahl der Unternehmen, bei denen wir Abschreibungen befürchten, ist bisher nicht angestiegen. Ebenso gehe ich nicht davon aus, dass wir in unserem Portefeuille prominente Konkursfälle haben werden. Ich erwarte aber, dass das Jahr 2010 für das Gewerbe schwieriger sein wird als das Vorjahr.

Eine Kreditklemme für Berner Unternehmen sehen Sie nicht? Nein.

Es gibt Konkurrenten, die sagen, dass die UBS im Hypothekargeschäft auf dem Platz Bern ziemlich aggressiv offeriert. Dazu kann ich nur sagen, dass der Markt in diesem Geschäft spielt. Ich sehe auch immer wieder Fälle, bei denen Konkurrenten von uns eine günstigere Offerte machen. Hintergrund des verschärften Wettbewerbs ist, dass das Geschäft mit Hypotheken auf selbst bewohntem Wohneigentum weniger Risiken birgt und dadurch für die Banken attraktiv ist.

Um bei den Privatkunden erfolgreich zu sein, ist das Image einer Bank wichtig. Hat die UBS Bern bei ihren Kunden das Image, das Sie sich wünschen? Hier liegt noch einige Arbeit vor uns. Das Image der UBS Bern wird einerseits stark von der gesamten UBS geprägt. Andererseits ist der direkte Kundenkontakt zentral. Deshalb haben wir diesen intensiviert und wollen unseren Kunden einen noch besseren Service leisten als bisher. Dabei handeln wir nach den Prinzipien Kompetenz, Bescheidenheit und Herzlichkeit.

Wenn die UBS als bescheiden wahrgenommen werden möchte, dann müsste auch das oberste Management punkto Boni bescheiden werden. Das kann ich nicht beeinflussen. Im Übrigen hat das gesamte oberste Management im letzten Jahr auf den Bonus verzichtet. Zur Region Bern nur so viel: Die durchschnittliche Entlöhnung inklusive Bonus liegt etwa im Bereich jener der Angestellten der Bundesverwaltung.

Stichwort Bescheidenheit: Vor einem Jahr hat die UBS ihre Loge im Stade de Suisse gekündigt. Wann wird die UBS wieder ins Stade de Suisse zurückkehren? Ich habe von verschiedenen Personen positive Reaktionen erhalten. Sie haben mir gesagt, dass sie Verständnis dafür haben, dass die UBS Bern in dieser Situation diese sechsstellige Summe spart. Allerdings schliesse ich nicht aus, dass das Stade de Suisse in Zukunft wieder einmal zu einem Thema werden könnte.

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