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Gewinnerosion bei der Swisscom

Der grösste Telecomkonzern der Schweiz kämpft mit sinkenden Umsatzzahlen. Auch der Reingewinn des Unternehmens ging im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent zurück.

Das Halbjahresergebnis der Swisscom ist schlecht, doch besser als erwartet: Öffentliche Telefone im Hauptbahnhof Zürich. (Archivbild)
Das Halbjahresergebnis der Swisscom ist schlecht, doch besser als erwartet: Öffentliche Telefone im Hauptbahnhof Zürich. (Archivbild)
Keystone

Bei der Swisscom geht die leichte Talfahrt weiter. Höhere Kosten für Stellenabbau und Personalvorsorge sowie Abschreiber nagten im ersten Halbjahr am Gewinn. Auch die italienische Tochter Fastweb drückte wegen des schwachen Euro nochmals aufs Ergebnis, obwohl sie sich gefangen hat.

In den ersten sechs Monaten musste der grösste Telecomkonzern der Schweiz erneut einen Umsatzrückgang um 1,8 Prozent auf 5,621 Milliarden Franken hinnehmen. Gleichzeitig sank der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) um 1,5 Prozent auf 2,236 Milliarden Franken.

Unter dem Strich verdiente der «Blaue Riese» 928 Millionen Franken. Das sind 3,5 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie die Swisscom bekannt gab. Damit hat die Swisscom die Gewinnerwartungen der Analysten leicht übertroffen. Diese hatten im Durchschnitt mit weniger Gewinn gerechnet. Ohne die zusätzlichen Kosten für den Stellenabbau und die Personalvorsorge wäre der Betriebsgewinn gar um knapp 1 Prozent höher ausgefallen als vor einem Jahr.

Fastweb über den Berg

Das Semesterergebnis sei wenig aufregend und beweise Stabilität, sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz. Zudem enthalte es eine gute Nachricht: «Fastweb ist wieder voll auf Kurs.» Das einstige Sorgenkind, das der Swisscom in den vergangenen zwei Jahren den Gewinn verhagelt hatte, hat im ersten Semester 2012 trotz 2,5 Prozent weniger Umsatz operativ 1,3 Prozent mehr verdient.

Der Mailänder Breitbandanbieter habe das Problem mit Privatkunden, die ihre Rechnungen nicht bezahlten, in den Griff bekommen, sagte Schloter. Heute seien es nur noch zwei bis drei Prozent. Den Rückgang durch den harten Wettbewerb im Privatkundengeschäft habe Fastweb durch 78'000 Neukunden und das Wachstum im Grosskundengeschäft kompensieren können.

Wegen der Euro-Schwäche schlug sich das Fastweb-Ergebnis in den Büchern der Swisscom allerdings negativ nieder. In Franken gerechnet schrumpfte der Fastweb-Umsatz um 7,4 Prozent. Auch der Betriebsgewinn sank um 3,8 Prozent.

Schweizer Geschäft erodiert leicht

Im Heimmarkt fielen die Umsätze von Swisscom Schweiz leicht um 0,4 Prozent auf 4,165 Milliarden Franken, der Betriebsgewinn vor Abschreibungen um 0,6 Prozent auf 1,884 Milliarden Franken.

Einerseits steht das Geschäft unter Druck, weil immer mehr Kunden übers Internet telefonieren, SMS verschicken oder über soziale Medien wie beispielsweise Facebook kommunizieren. Zudem geht der Preisdruck wegen der Konkurrenz weiter. Die Zahl der Festnetzanschlüsse sank erneut um 3,5 Prozent. Diese Einbussen konnte die Swisscom allerdings durch den kräftigen Zustrom von Kunden, neue Bündelangebote und Pauschaltarife beinahe wettmachen.

Beflügelt von der kräftigen Nachfrage nach dem TV-Angebot stieg die Zahl der Bündelangebote um 37 Prozent. Ende Juni hatten 694'000 Haushalte Swisscom-TV abonniert. Das ist ein Plus von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Alleine in den ersten sechs Monaten 2012 habe man 86'000 neue TV-Kunden gewonnen, sagte Schloter.

Neue Handyabos gefragt

Auch die neuen Mobilfunkabos, bei denen die Swisscom die mühsame Datenvolumenzählerei abschaffte und neu unterschiedliche Surfgeschwindigkeiten anbietet, seien sehr gut angekommen. Sechs Wochen nach dem Start habe man bereits 300'000 Kunden gewonnen, sagte Schloter. Jede Woche kämen gegenwärtig 25'000 neue hinzu. Davon waren 10 Prozent vorher nicht bei der Swisscom.

In der Schweiz sei die Swisscom sehr gut unterwegs, sagte Schloter. Für das gesamte Jahr 2012 schraubt die Swisscom aufgrund des schwächeren Euro die Umsatzerwartungen leicht auf 11,3 Milliarden Franken zurück. Bisher hatte der Konzern 11,4 Milliarden Franken angepeilt. Weiterhin rechnet die Swisscom mit einem Ebitda von 4,4 Milliarden Franken.

SDA/ses

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