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Ex-Chef der Skandalbank Hypo Alpe Adria hinter Gittern

Der ehemalige Chef der früheren BayernLB-Tochter, Wolfgang Kulterer, ist unter dem Verdacht der Untreue festgenommen worden.

Dies teilte die Staatsanwaltschaft Klagenfurt mit. Begründet wurde die Massnahme mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Zudem sei ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden, dessen Namen die Justiz zunächst nicht bekanntgab. In Kärnten und Wien wurden ausserdem zehn Hausdurchsuchungen vorgenommen.

Die Kärntner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit längerem wegen des Verdachts der Untreue sowie der Geldwäsche. Mit der Notverstaatlichung der maroden Bank zum Jahresende 2009 waren Sonderkommissionen und Ausschüsse eingesetzt worden, um den Bankenkrimi aufzuklären.

Die vom Finanzminister eingesetzte Sonderkommission «CSI Hypo» hat insgesamt 50 Anzeigen eingebracht - mehr als ein Dutzend davon betreffen Kulterer. Die Liste der Anschuldigungen ist lang. Neben der Untreue und der Geldwäsche besteht den Behörden zufolge auch Verdacht auf Bilanzfälschung, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Verstoss gegen finanzstrafrechtliche Vorschriften.

Kulterer hat bislang die gegen ihn geäusserten Vorwürfe stets bestritten. Eine Stellungnahme seines Anwaltes war vorerst nicht zu erhalten.

Langjähriger Bankenkrimi

Kulterer betrat 1992 als Vorstandschef die Bühne und machte die einstige Provinzbank zu einem überregional tätigen Institut mit Filialen auf dem Balkan und in Italien. 2006 geriet Kulterer wegen hoher Verluste aus Zinsspekulationsgeschäften ins Visier der Finanzmarktaufsicht.

Die Bank wollte diese Verluste über einen längeren Zeitraum in der Bilanz verdauen und verletzte dafür auch die Vorschriften zur Eigenkapitalunterlegung. Der Vorstand wurde in der Folge ausgetauscht. Kulterer wechselte aber in den Aufsichtsrat und war 2007 noch wesentlich am Einstieg des deutschen Investors Tilo Berlin beteiligt.

Ein Jahr später bekannte sich Kulterer wegen Bilanzfälschung schuldig. Noch 2007 waren hinter den Kulissen auch vom verstorbenen Kärntner Regierungschef Jörg Haider die Fäden für den Verkauf der Bank an die BayernLB gezogen worden. Diese übernahm rund 50 Prozent der Hypo für 1,6 Milliarden Euro.

Hilfsgelder aus Bayern

Schon bald danach mussten die Bayern den Kärntnern die erste von zwei Finanzspritzen verabreichen, häuften Milliardenverluste mit ihrer Beteiligung an und verschenkten die HGAA schliesslich an Österreich. Die HGAA, die in der Finanzkrise immer tiefer in die Verlustzone rutschte, musste Ende 2009 von Österreich notverstaatlicht werden. Der Fehlkauf kostete die bayerischen Steuerzahler über 3,7 Milliarden Euro.

SDA/raa

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