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Ein Finanzhai beisst sich durch

Wenn Carl Icahn kommt, ist Stress angesagt. Der 78-jährige Multimilliardär und Grossinvestor aus New York lässt Unternehmenschefs zittern – so zuletzt auch den von Ebay.

Hat sein Geschäftsmodell perfektioniert: Carl Icahn im amerikanischen Fernsehen. (11. Februar 2014)
Hat sein Geschäftsmodell perfektioniert: Carl Icahn im amerikanischen Fernsehen. (11. Februar 2014)
Reuters

Der New Yorker Multimilliardär und Grossinvestor Carl Icahn lässt Unternehmenschefs zittern und Aktienkurse steigen. Zuletzt musste der Online-Händler Ebay diese Erfahrung machen. Letzte Woche gab der Internetriese dem Druck des Investoren nach.

Anfang des Jahres hatte Icahn eine Kampagne für die Abspaltung der Bezahltochter PayPal von Ebay gestartet, um bei einem Börsengang abzukassieren. Ebay-Chef John Donahoe versuchte die Attacke beharrlich abzuwehren: «PayPal und Ebay sind gemeinsam am erfolgreichsten», erklärte er ein ums andere Mal.

Es half alles nichts: Letzte Woche kündigte Ebay an, sich von PayPal zu trennen. Donahoe muss den Chefposten räumen. Ein grosser Triumph für Icahn. «Verwaltungsrat und Management handeln verantwortungsvoll - vielleicht etwas zu spät», liess er verlauten.

Wie gross Icahns Einfluss ist, offenbarte sich zuletzt auch beim Autovermieter Hertz. Drei Verwaltungsräte wurden gegen Icahn-Vertreter ausgetauscht. Im Gegenzug verzichtete er darauf, eine Aktionärsrevolte anzuzetteln.

Ungemütlich für Chefs

Der 78-jährige Finanzhai Icahn hat sein Geschäftsmodell - mit aggressiven Methoden Profite aus Unternehmen zu ziehen - perfektioniert. Für die Chefs der Firmen wird es dabei stets ungemütlich, Aktionäre gewinnen aber häufig.

Icahns Strategie ist simpel: Er legt sich ein Aktienpaket zu und droht mit Aufstand. Sein Ziel ist stets, die kurzfristigen Profite im Sinne der Aktionäre zu steigern. Deshalb gelingt es ihm jeweils leicht, andere Investoren auf seine Seite zu ziehen.

So schafft er es immer wieder, mit relativ geringen Beteiligungen seinen Willen durchzusetzen. Für Firmen bedeutet das: Kosten senken, Dividenden erhöhen und Aktien zurückkaufen, um den Kurs anzuheben.

Aktivistische Investoren wie Icahn sind für Firmen unbequem. Aber es gibt viele Experten, die sie für notwendige Störenfriede halten, die den Finger in die richtigen Wunden legen. «Icahn und seine Nachahmer helfen Unternehmen, indem sie wichtige Debatten anstossen», meint etwa das marktliberale Wirtschaftsmagazin «The Economist».

Vorbild für «Gordon Gekko»

Icahn ist ein Cowboy-Investor der alten Schule - und seit den legendären Übernahmeschlachten der 1980er Jahre gross mit dabei. Seinen Hedgefonds-Konkurrenten Bill Ackman bezeichnet er als Heulsuse, der früher auf dem Pausenplatz in Queens verprügelt worden sei. Dem Regisseur Oliver Stone diente Icahn als Vorbild für den skrupellosen Spekulanten «Gordon Gekko» im Hollywood-Blockbuster «Wall Street».

Er ist ein Haudegen, gehört aber nicht zum alten Eisen. Selten machte der gefürchtete Grossinvestor mehr von sich reden als dieser Tage: Er scheint angriffslustiger denn je und sitzt auf einer prall gefüllten Kriegskasse. Laut «Forbes» ist Icahn 25,7 Milliarden Dollar (24,8 Milliarden Fr.) schwer.

(SDA)

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