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Ein Desaster mit Ansage

Bei Julius Bär herrschte jahrelang eine symptomatische Unkultur.

Wachstum auf Teufel komm raus: Der frühere Julius-Bär-Chef Bernhard Hodler. Foto: Keystone
Wachstum auf Teufel komm raus: Der frühere Julius-Bär-Chef Bernhard Hodler. Foto: Keystone

Als ich im Februar 2018 den damaligen Julius-Bär-Chef Bernhard Hodler kennen lernte, fragte ich ihn, welche Lehren er aus dem Fall des Ex-Mitarbeiters Rudolf Elmer ziehe, der Kundendaten mutmasslicher Steuerbetrüger an Steuerverwaltungen und Medien weitergeleitet hatte.

Hodlers überraschende Antwort: Er würde darauf schauen, dass kein Mitarbeiter mehr an solche Daten gelange. Ich fragte nach, ob seine einzige Lehre aus dem Fall die Verhinderung von Whistleblowing sei – oder ob er auch aktiv werde, um mutmassliche Beihilfe seiner Bank zu Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu verhindern. Hodler erwiderte, ich hätte seine Antwort schon erhalten.

Nun droht rechtliches Ungemach

Die Szene war symptomatisch für die Unkultur, die bei Julius Bär unter ihren Chefs Boris Collardi und Bernhard Hodler jahrelang herrschte: Wachstum auf Teufel komm raus, ohne Rücksicht auf Verluste. Hodler war während acht Jahren oberster Risikochef der Bank und wäre dafür verantwortlich gewesen, dass kein schmutziges Geld bei ihr landet. Stattdessen schaute er weg.

Collardi und Hodler droht nun rechtliches Ungemach. Die Finanzmarktaufsicht hat angekündigt, dass sie nach Abschluss des Verfahrens gegen die Bank prüfen wird, ob Verfahren gegen Einzelpersonen eröffnet werden. Gut so.

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