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Der Sika-Streit geht in eine neue Runde

Der Beschluss auf das Abhalten einer ausserordentlichen Generalversammlung der Sika wird angefochten. Ein Begehren der Erbenfamilie lehnte das Zuger Obergericht zweitinstanzlich ab.

Bei der Sika brodelt es: Die Erbfamilie und der Verwaltungsrat sind sich uneinig.
Bei der Sika brodelt es: Die Erbfamilie und der Verwaltungsrat sind sich uneinig.

Das Zuger Obergericht gab am Donnerstag bekannt, dass es die Berufung der Schenker-Winkler Holding der Erbenfamilie Burkard gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 20. März 2015 abgewiesen und den vorinstanzlichen Entscheid bestätigt hat.

Die SWH ist damit mit ihrem Begehren um den Erlass vorsorglicher Massnahmen auch im Berufungsverfahren abgeblitzt. Die Frage, ob die Stimmrechtsbeschränkung zulässig war, muss damit in einem ordentlichen Verfahren entschieden werden.

Grösserer Nachteil für Sika

Wie der Begründung des Obergerichts zu entnehmen ist, würden rasche vorsorgliche Massnahmen gegen die Stimmrechtsbeschränkung die umstrittene Übernahme durch den französischen Konkurrenten Saint-Gobain ermöglichen und dadurch unumkehrbar machen. Der Nachteil für Sika wäre damit grösser als jener für die Erbenfamilie.

Die Schenker-Winkler Holding der Erbenfamilie teilte am Abend lediglich mit, das ordentliche Gerichtsverfahren laufe.

Ausserordentliche GV angefochten

Im weiteren ging am Donnerstag ein Schlichtungsgesuch von Walter Grüebler ein, das die von der Erbenholding angefochtene ausserordentliche Generalversammlung am 24. Juli zum Gegenstand habe, teilte Sika mit. Grüebler ist ehemaliger Sika-Verwaltungsratspräsident.

Sika weist in der Mitteilung darauf hin, dass der Beschluss auf Abhalten der ausserordentlichen GV am 14. April auf Antrag und mit den Stimmen der Schenker-Winkler Holding gefasst worden sei.

Das Unternehmen werde zu dieser Anfechtungsklage im Rahmen des Verfahrens Stellung nehmen, heisst es weiter. Der Verwaltungsrat sei weiterhin davon überzeugt, dass der von der SWH angestrebte Verkauf der Sika an Saint-Gobain rechtlich in dieser Form nicht umsetzbar sei und unternehmerisch keinen Sinn ergebe.

Erbe an Konkurrenz

Die Erbenfamilie Burkhard hatte im Dezember beschlossen, ihren Aktienanteil an der Sika für 2,75 Milliarden Franken an die Konkurrenzfirma Saint-Gobain zu verkaufen. Um die Transaktion einzuleiten, wollten die Erben an der Generalversammlung vom 14. April eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat wählen lassen.

Der Sika-Verwaltungsrat verhinderte dies allerdings, indem er die Stimmrechte der SWH gestützt auf eine Interpretation der Statuten bei den entscheidenden Traktanden begrenzte.

SDA

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