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Der Mann, der BP retten soll

John Wright ist Spezialist für die harten Fälle: Brennende, leckende, explodierende Ölplattformen. Jetzt soll der Ingenieur das Bohrloch im Golf von Mexiko stopfen.

In Branchenkreisen ist er ein bekannter Mann: John Wright, ein nüchterner Ingenieur in den 50-ern, Gründer und Eigentümer der John Wright Company in Houston, Texas. Die Firma ist dann zur Stelle, wenn ein Ölunternehmen ein sprudelndes Bohrloch nicht mehr stopfen kann, wenn eine Plattform in die Luft geht oder zu versagen droht. «Incident Management» und «Well Control Management» heisst das im Fachjargon. Im Notfall erreichen seine Kunden Wright unter der amerikanischen Telefonnummer 1-800-Blowout («Ausbruch»).

Jetzt hat offenbar BP die Dienste des Profis in Anspruch genommen, wie der britische «Telegraph» berichtet. Wright soll helfen, die Zehntausende Liter Öl zu stoppen, die nach wie vor täglich in den Golf von Mexiko sprudeln. Nach der Explosion der Plattform Deepwater Horizon am 20. April habe BP mit dem Ingenieur Kontakt aufgenommen. «Er bietet genau das, was BP braucht: Er weiss, wie man an der Quelle des Öls bohrt und dort den Ölfluss stoppt.»

Wrights Firma löschte für die amerikanische Armee einen grossen Teil jener Feuer, welche die abziehenden Männer Saddam Husseins einst auf ihrem Abzug entfachten. Ausserdem stopfte er die Quelle des Bohrlochs Piper Alpha 1989 in der Nordsee, wo bei einer Explosion 167 Arbeiter ums Leben kamen. Auch in Nigeria, Venezuela und Alaska hat Wright schon Quellen versiegelt. «Es gibt keinen anderen Mann, den man sich bei einer Explosion mehr herbeiwünscht als John Wright», zitiert die Zeitung den Manager eines BP-Konkurrenten.

«Ich habe nie versagt»

Im Falle BP dürfte der Ingenieur seine Dienste sogar zu besonders günstigen Konditionen anbieten. Denn die John Wright Company gehört inzwischen zu Boots & Coots – und die wiederum gehört zu Halliburton, dem Partnerunternehmen von BP im Fall Deepwater Horizon. Laut «Telegraph» kaufte Halliburton Boots & Coots genau 11 Tage, bevor die Plattform explodierte.

Wie die Zeitung weiter schreibt, hat sich Wright im Golf von Mexiko am 2. Mai an die Arbeit gemacht. Er bohrt ganz nah an der leckenden Quelle weitere Löcher und versiegelt dann über diese den Ölfluss mit Beton und weiterem Flüssigmaterial. Ein erster solcher Versuch von Wright scheiterte im Mai, was allerdings nichts heissen muss: Bei zwei ähnlichen Fällen in deutlich weniger Meerestiefe brauchte Wright zehn, beziehungsweise fünf Versuche, bis das Bohrloch versiegte. Der Ingenieur ist zuversichtlich: Sein Erfolg sei «praktisch garantiert», zitiert der «Telegraph» Wright. «Ich habe in allen 40 Fällen, die ich betreut habe, nie versagt.»

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