Zum Hauptinhalt springen

Das Comeback des Festnetzes?

Trotz Smartphone-Boom will Switel-Chef Sélim Dusi viel Geld in das Segment Heimtelefonie investieren. 2013 soll es zu einer «Revolution» kommen, auch wenn er mit dieser Meinung alleine dasteht.

Sélim Dusi sitzt im Café Felix am Bellevue in Zürich. Der Chef des Schweizer Telefonherstellers Telgo hat dieses schmucke Kaffeehaus ausgesucht, um ausgewählten Journalisten von seinem grossen Vorhaben zu erzählen. Trotz globaler Wirtschaftskrise, so beginnt er das Gespräch, wolle er in diesem Jahr in neue Märkte auf der ganzen Welt expandieren. Seine Firma, die nach aussen mit der Marke Switel auftritt, hat 2011 ein Wachstum von 30 Prozent hinter sich. In den letzten Monaten forcierte man den Ausbau in Russland, in der Ukraine, England, Italien, Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn und Schweden. Die Märkte Spanien und Portugal sollen in diesem Jahr erschlossen werden. Unlängst kürte das Westschweizer Wirtschaftsmagazin «Bilan» Telgo zu den 50 wichtigsten Schweizer KMU, die im Ausland tätig sind.

Dusi setzt alles auf die Karte Festnetz. Während andere Firmen viel Geld in den boomenden Mobile-Markt investieren, macht Telgo das Gegenteil. Der Firmenchef ist überzeugt, dass die Heimtelefonie trotz des Siegeszuges der Smartphones eine Renaissance erleben wird. «2013 wird es zu einer Revolution in der Festnetztelefonie kommen», sagt Dusi. Woher seine Einschätzung kommt? Dusi glaubt fest daran, dass die führenden Telecom-Konzerne Europas verstärkt auf die Internettelefonie, konkret CAT-IQ, setzen werden (siehe Erklärung in der Box). Auch wenn der Markt die Umstellung nur sehr zögerlich vorantreibt – die traditionelle Telefonie ist immer noch eine wichtige Einnahmequelle – rechnet Dusi im nächsten Jahr mit der Umstellung. Diese werde den gleichen Effekt haben wie die Umstellung auf den 3G-Standard im Mobile-Funkbereich, von dem Apple enorm profitieren konnte.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.