CSL Behring will künftig beim Inselspital forschen

Das Pharmaunternehmen CSL Behring will im Neubau der Sitem-Insel ein Forschungszentrum für Biologika aufbauen. 50 Mitarbeiter sollen dort künftig tätig sein.

Tart dieses Jahr überraschend zurück: Ex-CEO Uwe Jocham im Jahr 2014.

Tart dieses Jahr überraschend zurück: Ex-CEO Uwe Jocham im Jahr 2014.

(Bild: Stefan Anderegg)

Nach einem Forschungszentrum für Diabetes erhält Bern nun auch ein Forschungszentrum für Biologika. Die CSL Behring AG hat mit der Sitem-Insel AG einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, wie der Kanton Bern am Donnerstag mitteilte. Das Biotech- und Pharmaunternehmen verlagert rund 50 Mitarbeiter von seiner Forschungsabteilung in das neue Sitem-Gebäude auf dem Insel-Areal, das sich zurzeit im Bau befindet.

Die Nähe zu den Universitätskliniken sei ein grosser Standortvorteil für die Entwicklung von neuartigen, patientenorientierten Produkten, steht in der Mitteilung. Im neuen Zentrum will CSL laut Kommunikationsleiterin Sandra Ruckstuhl Therapeutika für Anwendungen in den bisherigen Tätigkeitsbereichen entwickeln, etwa für Immundefekte und Autoimmunerkrankungen. Es sollen aber auch neue Produkte in Bereichen wie der Transplantation und der Neurologie erforscht werden. Für den Aufbau des Zentrums investiert das Unternehmen laut Rückstuhl «einen siebenstelligen Betrag».

Auch Ypsomed beteiligt sich

CSL Behring und das Inselspital verbinde eine lange Tradition der Kooperationen. Seit rund sechzig Jahren würden die beiden Institutionen in der Forschung und Entwicklung zusammenarbeiten, steht in der Mitteilung. Dies soll nun innerhalb der Sitem-Insel weitergelebt und intensiviert werden. Das Unternehmen ist denn auch Gründungsaktionär der Sitem-AG, die sich dem Übergang medizinischer Erkenntnisse aus Forschung oder Industrie in die klinische Anwendung verschrieben hat. Der Neubau auf dem Insel-Areal soll im Jahr 2019 eröffnet werden.

Mit CSL Behring beteiligt sich das zweite grosse Unternehmen an Sitem. Im Juni dieses Jahres verkündete Ypsomed-Gründer Willy Michel, dass er 50 Millionen Franken aus der eigenen Tasche für ein Forschungszentrum für Diabetes zur Verfügung stellt. Anders als beim Engagement von CSL will Ypsomed das Zentrum aber nicht selber betreiben.

Ex-CSL-Chef an der Spitze

Verwaltungsratspräsident der Sitem-Insel AG ist der frühere CSL-Chef Uwe E. Jocham. Er verliess das Biotechunternehmen diesen Mai überraschend, weil er – so wurde gemunkelt – intern an Rückhalt verloren habe. Seit Anfang Dezember ist Jocham zudem Verwaltungsratspräsident und CEO der Insel-Gruppe. Letzteres aber nur so lange, bis die Nach­folge von Holger Baumann, dem bisherigen Chef der grössten Spitalgruppe der Schweiz, geregelt ist.

mab

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