CSL Behring hat 80 Stellen offen

CSL Behring erzielt im Geschäftsjahr 2016/2017 erneut ein Rekordergebnis. Am Sitz in Bern sind 50 Stellen offen, für das geplante Werk in Lengnau weitere 30 Stellen.

Beim neuen Werk in Lengnau läuft bereits der Innenausbau.

Beim neuen Werk in Lengnau läuft bereits der Innenausbau.

(Bild: zvg)

Julian Witschi

CSL Behring wächst weiterhin rasant. Die Berner Tochter des australischen Pharmakonzerns CSL Limited hat im Geschäftsjahr 2016/2017 (per Ende Juni) wesentlich zum Rekordergebnis der Gruppe beigetragen. Der Konzernumsatz wuchs um 15 Prozent auf rund 6,9 Milliarden US-Dollar. Der Reingewinn kletterte gar um 24 Prozent auf gut 1,3 Milliarden Dollar.

Separate Ergebnisse für CSL Behring weist der Konzern nicht aus. Der Berner Standortleiter Pierre Caloz sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, den Haupt­anteil zum Ergebnis hätten die Immunoglobulin-Produkte beigesteuert, also die aus menschlichem Blutplasma gewonnenen Proteine zur Prävention und ­Behandlung von Immunstörungen. Drei Viertel der Immunoglobulin-Produkte von CSL werden in Bern produziert.

Einsprachen gegen Ausbau

Angesichts der seit Jahren steigenden Nachfrage hat CSL Behring das Projekt zum Ausbau des Sitzes in Bern-Wankdorf vorangetrieben. Auf einem angrenzenden Stück Land soll ein neues ­Gebäude für zwei weitere Produktionslinien entstehen. Der Verwaltungsrat habe diese Woche eine erste Tranche von 50 Millionen Franken für das Projekt gebilligt, sagte Caloz. Es gehe nun um die Detailplanung des auf total über 200 Millionen Franken veranschlagten Bauprojekts. ­Zudem würden erste Ausrüstungen bestellt.

Diesen Frühling ist die Baupublikation erschienen. Daraufhin sind mehrere Einsprachen eingegangen, wie Caloz bestätigt. Es gehe insbesondere um den Verkehr und die Höhe des Gebäudes. Caloz versicherte, der Lastwagenverkehr werde nach Inbetriebnahme nicht zunehmen. Die Logistik könne optimiert werden. CSL Behring suche den Dialog mit den Betroffenen.

Darauf gestützt werde das ordentliche Baugesuch vorbereitet. 40 bis 60 neue Stellen sollen bis Ende 2020 hier entstehen. Im letzten Geschäftsjahr hat die Zahl der Arbeitsplätze bei CSL Behring in Bern um weitere 32 auf 1419 zugenommen. Hinzu kommen 46 Lehrstellen. 53 Stellen sind derzeit offen.

In Lengnau auf Kurs

Beim Neubau des Werks in Lengnau sieht sich das Unternehmen trotz des abrupten Abgangs von Standortleiter Uwe E. Jocham Anfang Juni auf Kurs. Susanne Jecklin ist weiterhin interimis­tische Leiterin. In den letzten ­Wochen haben die ersten Mitarbeitenden begonnen, vor Ort zu arbeiten.

Bislang war die Projektgruppe für das neue Werk von Bern-Bümpliz aus tätig. Die Zahl der Beschäftigten ist hier innert Jahresfrist von 25 auf 103 gestiegen. Rund 30 Stellen sind offen. CSL Behring investiert bis zur im Jahr 2020 geplanten Inbetriebnahme des Werks rund 1 Milliarde Franken. Über 300 Angestellte sollen dann dort tätig sein.

Berner Zeitung

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