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BLS im Alleingang am Simplon

Eine Ko­operation für den Auto­verlad am Simplon zwischen der BLS und einer SBB-Tochter kommt nicht zustande. Jetzt bewirbt sich die BLS im Alleingang um den Auftrag.

Die BLS reicht eine eigene Offerte für den Betrieb des Autoverlands am Simplon ein (Symbolbild).
Die BLS reicht eine eigene Offerte für den Betrieb des Autoverlands am Simplon ein (Symbolbild).
Markus Hubacher

Das Verhältnis zwischen der BLS und den SBB ist zerrüttet. Nun ­haben die beiden Bahnunter­nehmen auch am Simplon für den Autoverlad keinen Weg für eine Zusammenarbeit gefunden. Deshalb hat nun die BLS im Alleingang beim Kanton Wallis eine ­Offerte eingereicht.

Ursprünglich sah der Plan der beiden Bahnen vor, dass es zu einer Kooperation zwischen der SBB-Tochter Regionalps, die den Walliser Regionalverkehr betreibt, und der BLS kommt. Das Vorhaben ist «in letzter Minute abgesagt worden», wie BLS-Sprecher Matthias Abplanalp auf ­Anfrage sagte. «Darüber waren wir erstaunt, und wir bedauern es, denn wir hätten eine Kooperation mit Regionalps bevorzugt.»

Rückzieher der SBB-Tochter

Regionalps selber hat kein An­gebot eingereicht, wie Direktor Yves Marclay sagte. Tatsächlich habe es eine Annäherung mit der BLS und Gespräche gegeben. Doch den Grund für den Verzicht von Regionalps sieht Marclay vor allem in den ungünstigen Rahmenbedingungen, die es dem Unternehmen nicht ermöglicht hätten zu offerieren.

Eingehende Analysen und Gespräche unter anderem mit dem Kanton Wallis, der BLS und dem Aktionariat hätten letztlich zu dem Entschluss geführt, sagte Marclay auf Anfrage.

Die BLS will nach eigenen ­­An­gaben den Autoverlad am Sim­plon gegenüber dem heutigen Angebot stärken. Sie plant, die Züge während Feiertagen wie ­Ostern und an nachfragestarken Wochenenden im Sommer stündlich zu fahren, wie das Unternehmen mitteilte.

Zu den übrigen Zeiten bleibt der 90-Minuten-Takt bestehen. In dem kommenden Jahren will das Bahnunternehmen den Fahrplan weiter ausbauen. Die direkten Autozüge von Kandersteg durch den Lötschberg und den Simplontunnel bis Iselle, die die BLS bereits heute anbietet, werden davon nicht beeinflusst.

Erhält die BLS den Zuschlag, will sie künftig die Autozüge zwischen Brig und Iselle nicht mehr mit Personenwagen koppeln, sondern, wie beim Autoverlad am Lötschberg, reine Verlade­züge führen. Für die Bahnkunden bietet die BLS seit Juli alle zwei Stunden eine Verbindung mit dem Regioexpress Lötschberger zwischen Brig und Domodossola.

Die Vorgeschichte

Die BLS betreibt bereits den Autoverlad am Lötschberg und den regionalen Bahnverkehr zwischen Brig und Domodossola. Der Autoverlad am Simplon ­zwischen Brig und Iselle würde das Liniennetz ideal ergänzen, schreibt das Bahnunternehmen in einer Mitteilung.

Bisher haben die SBB den Autoverlad am Simplon betrieben. Im Mai gaben die Bundesbahnen bekannt, dass sie sich nicht um die Erneuerung der Konzession im Dezember be­werben würden. Die BLS und auch die SBB-Tochter Regionalps signalisierten daraufhin Interesse und loteten sogar Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet aus.

sda/sny

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