Zum Hauptinhalt springen

Bewegende Momente und ein ehemaliger Snowboard-Profi am SEF

Am 5. und 6. Juni findet das Swiss Economic Forum (SEF) in Interlaken statt. Am Donnerstag sprach unter anderem der ehemalige Snowboard-Profi Alain Chuard und die Sudanesin Mende Nazer sorgte mit ihrer Geschichte für bewegende Momente.

Am 5. und 6. Juni findet das diesjährige Swiss Economic Forum in Interlaken statt. Das SEF-Thema lautet: der grosse Wandel.
Am 5. und 6. Juni findet das diesjährige Swiss Economic Forum in Interlaken statt. Das SEF-Thema lautet: der grosse Wandel.
Keystone
Von wegen Wandel: Für Carolina Müller-Möhl (Bildmitte) soll alles genauso weitergehen, wie bisher – zumindest geschäftlich: «Unser Geschäft läuft so toll. Ich will more of the same», sagt die  Gründerin und Präsidentin der Müller-Möhl-Gruppe. Im Privatleben wünscht sie sich eine Auszeit – oder ein Sabbatical, wie sie auf Neudeutsch sagt.Eine Auszeit nimmt auch Weltenbummler André Lüthi (links). Der CEO und Präsident des Reiseanbieters Globetrotter plant eine Reise rund um die Welt mit seinem 13-jährigen Sohn Levin.Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) kündigt für die nächsten Jahre einen beruflichen Wechsel an, der ihn auch privat verändern werde. Von was genau er spricht– das behält der Berner Volkswirtschaftsdirektor  für sich.tob
Von wegen Wandel: Für Carolina Müller-Möhl (Bildmitte) soll alles genauso weitergehen, wie bisher – zumindest geschäftlich: «Unser Geschäft läuft so toll. Ich will more of the same», sagt die Gründerin und Präsidentin der Müller-Möhl-Gruppe. Im Privatleben wünscht sie sich eine Auszeit – oder ein Sabbatical, wie sie auf Neudeutsch sagt.Eine Auszeit nimmt auch Weltenbummler André Lüthi (links). Der CEO und Präsident des Reiseanbieters Globetrotter plant eine Reise rund um die Welt mit seinem 13-jährigen Sohn Levin.Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) kündigt für die nächsten Jahre einen beruflichen Wechsel an, der ihn auch privat verändern werde. Von was genau er spricht– das behält der Berner Volkswirtschaftsdirektor für sich.tob
Markus Grunder
Staatssekretär Yves Rossier (links) zündet sich im Garten des Hotels Victoria-Jungfrau eine Zigarette an, während er betont: «Privates behalte ich für mich.» Um dann anzufügen: «Ich sage nur so viel: Bald höre ich mit Rauchen auf.» Im Wirtschaftsleben steht Yves Rossier dem SEF-Slogan «The Big Shift» skeptisch gegenüber: Wandel sei etwas, das sich über lange Zeiträume vollziehe. «Wenn man die Veränderung wahrnimmt, ist es oft für eine Reaktion zu spät.»SBB-Präsident Ulrich Gygi (rechts) betont, er sei dem Wandel  seit Jahren permanent ausgesetzt. Der nächste grössere Wandel steht bevor: «Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich meine Ämter nach und nach  abgebe und mich aus dem Berufsleben zurückziehe.»tob
Staatssekretär Yves Rossier (links) zündet sich im Garten des Hotels Victoria-Jungfrau eine Zigarette an, während er betont: «Privates behalte ich für mich.» Um dann anzufügen: «Ich sage nur so viel: Bald höre ich mit Rauchen auf.» Im Wirtschaftsleben steht Yves Rossier dem SEF-Slogan «The Big Shift» skeptisch gegenüber: Wandel sei etwas, das sich über lange Zeiträume vollziehe. «Wenn man die Veränderung wahrnimmt, ist es oft für eine Reaktion zu spät.»SBB-Präsident Ulrich Gygi (rechts) betont, er sei dem Wandel seit Jahren permanent ausgesetzt. Der nächste grössere Wandel steht bevor: «Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich meine Ämter nach und nach abgebe und mich aus dem Berufsleben zurückziehe.»tob
Markus Grunder
Er hat den grossen Wandel bereits hinter sich: Seit letztem September ist Heinz Karrer (rechts) Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, zuvor war er Chef des Energiekonzerns Axpo. Eine weitere grosse Veränderung habe das Ja  des Stimmvolks zur Masseneinwanderungsinitiative am 9.Februar gebracht. «Dieses Ergebnis stellt die Schweiz vor eine grosse Herausforderung», sagt Karrer. Im Privatleben setze er nun lieber auf  Kontinuität.Auch Beat Zahnd (links) ist mit seinem Privatleben zufrieden und hat deshalb keinen Bedarf auf Wandel. Im Beruf sieht der Migros-Aare-Chef die  grösste Veränderung in der Digitalisierung. «In der Unterhaltungselektronik läuft bei der Migros bereits jeder dritte Verkauf über einen Onlinekanal.»sny/tob
Er hat den grossen Wandel bereits hinter sich: Seit letztem September ist Heinz Karrer (rechts) Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, zuvor war er Chef des Energiekonzerns Axpo. Eine weitere grosse Veränderung habe das Ja des Stimmvolks zur Masseneinwanderungsinitiative am 9.Februar gebracht. «Dieses Ergebnis stellt die Schweiz vor eine grosse Herausforderung», sagt Karrer. Im Privatleben setze er nun lieber auf Kontinuität.Auch Beat Zahnd (links) ist mit seinem Privatleben zufrieden und hat deshalb keinen Bedarf auf Wandel. Im Beruf sieht der Migros-Aare-Chef die grösste Veränderung in der Digitalisierung. «In der Unterhaltungselektronik läuft bei der Migros bereits jeder dritte Verkauf über einen Onlinekanal.»sny/tob
Markus Grunder
Noch vor dem Wandel kommt bei Cablecom-Chef Eric Tveter (links) der Rückblick:  Er habe in den vergangenen Jahren ein Unternehmen mit aufgebaut, das rentiere, sagt Tveter mit einem zufriedenen Gesicht. Seine nächste Mission sei eine Herzensangelegenheit: «Ich will, dass Cablecom-Kunden zu Cablecom-Fans werden.» Ob ihm daneben noch Zeit für sein privates Ziel bleibt, wird sich zeigen: «Ich möchte das Thema Work-Life-Balance angehen», sagt er.Auch Thomas «Thömus» Binggeli (rechts) arbeitet daran, sein  Privatleben auszudehnen: «Ich will in Zukunft öfters Zeit mit meiner Familie verbringen», sagt der Mitinhaber der BMC Switzerland AG. Daneben will sich Binggeli im Job «wieder vermehrt auf das Velo konzentrieren», wie er sagt.tob
Noch vor dem Wandel kommt bei Cablecom-Chef Eric Tveter (links) der Rückblick: Er habe in den vergangenen Jahren ein Unternehmen mit aufgebaut, das rentiere, sagt Tveter mit einem zufriedenen Gesicht. Seine nächste Mission sei eine Herzensangelegenheit: «Ich will, dass Cablecom-Kunden zu Cablecom-Fans werden.» Ob ihm daneben noch Zeit für sein privates Ziel bleibt, wird sich zeigen: «Ich möchte das Thema Work-Life-Balance angehen», sagt er.Auch Thomas «Thömus» Binggeli (rechts) arbeitet daran, sein Privatleben auszudehnen: «Ich will in Zukunft öfters Zeit mit meiner Familie verbringen», sagt der Mitinhaber der BMC Switzerland AG. Daneben will sich Binggeli im Job «wieder vermehrt auf das Velo konzentrieren», wie er sagt.tob
Markus Grunder
Peter Stähli (links) und Stefan Linder, die Macher des Forums, während der Eröffnung des SEF am Donnerstagnachmittag.
Peter Stähli (links) und Stefan Linder, die Macher des Forums, während der Eröffnung des SEF am Donnerstagnachmittag.
Keystone
Bundespräsident Didier Burkhalter eröffnet offziell das Swiss Economic Forum 2014.
Bundespräsident Didier Burkhalter eröffnet offziell das Swiss Economic Forum 2014.
Keystone
Die reiche Russin:  Margarita Louis-Dreyfuss, Vorsitzerin der Louis Dreyfuss Group, sprach am Donnerstagnachmittag am SEF.
Die reiche Russin: Margarita Louis-Dreyfuss, Vorsitzerin der Louis Dreyfuss Group, sprach am Donnerstagnachmittag am SEF.
Markus Grunder
Sie war der Stargast am Donnerstag. Sie ist Chefin  eines der weltweit grössten Rohstoffhändler.
Sie war der Stargast am Donnerstag. Sie ist Chefin eines der weltweit grössten Rohstoffhändler.
Markus Grunder
Exklusiver Shutteldienst: In edlen Karossen kamen die Teilnehmer des Swiss Economic Forums am Donnerstagmittag beim Kongresssaal in Interlaken an.
Exklusiver Shutteldienst: In edlen Karossen kamen die Teilnehmer des Swiss Economic Forums am Donnerstagmittag beim Kongresssaal in Interlaken an.
Manuel Lopez
Mitinhaber und Verwaltungsratspräsident von Chocolats Camille Bloch, Daniel Bloch, sprach am Donnerstag ebenfalls am SEF in Interlaken.
Mitinhaber und Verwaltungsratspräsident von Chocolats Camille Bloch, Daniel Bloch, sprach am Donnerstag ebenfalls am SEF in Interlaken.
Urs Baumann
Der Berner Alain Chuard hat vor zwei Jahren seine Softwarefirma Wildfire Interactive für 350 Millionen Dollar an Google verkauft.
Der Berner Alain Chuard hat vor zwei Jahren seine Softwarefirma Wildfire Interactive für 350 Millionen Dollar an Google verkauft.
Markus Grunder
Für einen Überraschungsauftritt am SEF 2014 sorgte die Sudanesin Mende Nazer. Die heute 34-Jährige wurde als 12-Jährige bei einem  Überfall auf ihr Dorf verschleppt, vergewaltigt und als Sklavin verkauft.
Für einen Überraschungsauftritt am SEF 2014 sorgte die Sudanesin Mende Nazer. Die heute 34-Jährige wurde als 12-Jährige bei einem Überfall auf ihr Dorf verschleppt, vergewaltigt und als Sklavin verkauft.
zvg
1 / 15

Der Berner Alain Chuard hat vor zwei Jahren seine Softwarefirma Wildfire Interactive für 350 Millionen Dollar an Google verkauft. Doch nicht der plötzliche Geldsegen war die «grosse Veränderung» in seinem Leben, um das Motto des Swiss Economic Forum 2014 in Interlaken aufzunehmen. «Vielmehr hat Snowboarden mein Leben verändert», sagte der ehemalige Snowboard-Profi am Wirtschaftstreffen.

Beim Snowboarden habe er im Gegensatz zu vorherigen Hobbies wie Klavierspielen odr Reiten schneller Fortschritte gemacht, erklärte Chuard aufgrund des besseren Wortschatzes ausschliesslich in Englisch: «Snowboarden hat mir geholfen, mich auf etwas zu fokussieren und Risiken einzuschätzen – vor allem, wenn ich über Felsvorsprünge gefahren bin.» Diese Erfahrungen seien ihm später als Unternehmer zugute gekommen.

Verschleppt, vergewaltigt und als Sklavin verkauft

Für bewegende Momente selbst für hartgesottene Manager sorgte der Überraschungsauftritt der Sudanesin Mende Nazer. Die heute 34-Jährige wurde als 12-Jährige bei einem Überfall auf ihr Dorf verschleppt, vergewaltigt und als Sklavin verkauft. Mehr als acht Jahre lang arbeitete sie 18 Stunden pro Tag in einem Privathaushalt in Sudans Hauptstadt Khartum, ohne Lohn, ohne Freitage, ohne richtiges Essen.

2000 wurde sie zu der Schwester ihrer Herrin nach London geschickt, wo sie ebenfalls als Haussklavin gehalten wurde, bis ihr schliesslich die Flucht gelang. «Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals vor so vielen, so erfolgreichen Leuten würde sprechen können», begrüsste Nazer die SEF-Teilnehmer sichtlich gerührt. Sie ist mittlerweile britische Staatsbürgerin und hat über ihr Schicksal ein Buch geschrieben, das zu einem Bestseller und inzwischen verfilmt wurde. Sie setzt sich heute mit ihrer Stiftung für Menschenrechte ein.

(met/sny/BZ)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch