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BEKB: Gewinnrückgang wegen tiefer Zinsen

Im ersten Halbjahr ist die Berner Kantonalbank zwar weiter gewachsen, hat aber weniger verdient. Der Gewinn sank um 2,3 Prozent auf 56,4 Millionen Franken. Bankenchef Hanspeter Rüfenacht nimmt Stellung.

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Hanspeter Rüfenacht: «Ich rechne damit, dass die Zinsen weiterhin tief bleiben.»
Hanspeter Rüfenacht: «Ich rechne damit, dass die Zinsen weiterhin tief bleiben.»
Urs Baumann

Im ersten Semester profitierte die BEKB zwar noch von einem ausserordentlichen Ertrag von 26 Millionen Franken aus dem Verkauf der Anteile an der Fondsgesellschaft Swisscanto an die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Trotzdem ging der Gewinn zurück. Das sei vor allem auf das Tiefzinsumfeld – verbunden mit Negativzinsen – zurückzuführen, teilte die BEKB am Freitag mit. So fiel der Erfolg aus dem Zinsengeschäft als Hauptertragsquelle der Bank um 8 Prozent auf 142 Millionen Franken.

BEKB-Chef Hanspeter Rüfenacht verwies am Freitag gegenüber der Berner Zeitung darauf, dass zurzeit auslaufende Festzinshypotheken zu deutlich tieferen Zinssätzen verlängert würden. Gleichzeitig stehe auch der Ertrag aus den Finanzanlagen unter Druck.

Rückgang beim Zinsergebnis

Die Kosten für die Absicherung der Zinsänderungsrisiken stiegen wegen der Negativzinsen erheblich und belasteten das Zinsergebnis mit 38,4 Millionen Franken. In der ersten Hälfte des Vorjahres belief sich diese Belastung nur auf 25,6 Millionen Franken. «Ich rechne damit, dass die Zinsen weiterhin tief bleiben werden», sagte Rüfenacht. «Vorläufig ist nicht geplant, Negativzinsen für unsere Privatkunden einzuführen.»

Auch der Erfolg aus dem Handelsgeschäft nahm um 8 Prozent ab. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft kletterte der Erfolg um 26,1 Prozent auf 49,6 Millionen Franken. Allerdings werden hier neu die Kontoführungsgebühren eingerechnet, welche bisher im übrigen ordentlichen Erfolg verbucht wurden.

Die Negativzinsen hätten institutionelle Kunden dazu veranlasst, ihre kurzfristigen Liquiditätsanlagen abzubauen. Die BEKB weist daher unter «übrige Verpflichtungen gegenüber Kunden» innert sechs Monaten einen Aderlass um 456,8 Millionen Franken aus. Die Spareinlagen wuchsen von Januar bis Juni um 345,5 Millionen Franken. Insgesamt nahmen die Kundengelder im engeren Sinne um 0,6 Prozent auf 22,0 Milliarden Franken ab.

Auf der anderen Seite weitete die BEKB die Hypothekarkredite um 1,8 Prozent auf 19,3 Milliarden Franken aus. Die Bilanzsumme stieg um 1 Milliarde auf 28 Milliarden Franken.

Auf das «anspruchsvolle Umfeld» reagierte die BEKB mit einer Reduktion des Geschäftsaufwands um 3,6 Prozent. Die Personalkosten wurden um 5,2 Prozent gedrückt. So sank der Personalbestand im ersten Semester um 28 auf 1109 Vollzeitstellen.

Busse ohne Folgen für 2015

Fürs Gesamtjahr rechnet die erfolgsverwöhnte Bank mit einem Ergebnis knapp unter demjenigen von 2014. Den Steuerstreit mit den US-Behörden hatte die BEKB im Juni mit der Zahlung von 4,3 Millionen Franken abschliessen können. «Damit ist die Angelegenheit für uns endgültig erledigt», so Rüfenacht. Die Busse hat keinen Einfluss aufs laufenden Ergebnis, da die BEKB bereits 2013 Rückstellungen vorgenommen hatte.

(SDA)

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