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Bahnhöfe platzen bald aus allen Nähten

Die SBB rechnen gemäss einem Bericht in den nächsten zwei Jahrzehnten mit einer regelrechten Pendlerschwemme an den grossen Bahnhöfen – besonders in zwei Landesteilen.

Anstehen und warten: Pendler im neuen Bahnhof Löwenstrasse beim Zürcher Hauptbahnhof. (23. Juni 2014)
Anstehen und warten: Pendler im neuen Bahnhof Löwenstrasse beim Zürcher Hauptbahnhof. (23. Juni 2014)
Steffen Schmidt, Keystone

Am Zürcher Hauptbahnhof erwarten die SBB eine Zunahme der Pendlerströme um 70 Prozent, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Die Schweizer Bahnhöfe stossen schon heute oft an ihre Grenzen. Doch das Gedränge auf Rolltreppen und Perrons dürfte gemäss einer internen Prognose der SBB-Immobilienabteilung bald noch grösser werden. Bis 2030 rechnen die SBB auf dem Schienennetz mit einer Passagier-Zunahme von 30 Prozent.

Doch die Pendlerströme an den Bahnhöfen werden in den nächsten zwanzig Jahren noch stärker wachsen, weil diese stetig ihr Shoppingangebot ausbauen, und neue Büro- und Wohngebäude in Bahnhofsnähe gebaut werden. Demnach steigt die Anzahl Menschen, die den Zürcher Hauptbahnhof benutzen – sei es zu Reise- oder Shoppingzwecken – in den nächsten zwanzig Jahren um 70 Prozent an. Bereits heute verkehren 437 000 Menschen täglich am HB.

Mehr Reisende wegen Gotthard-Basistunnel

In Basel, Bern und Luzern beträgt das Wachstum bis zu 50 Prozent, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Das stärkste Wachstum findet bis 2035 aber in der Romandie und im Tessin statt, wo die SBB mit bis zu 90 Prozent mehr Bahnhofspassanten rechnen. Grund dafür ist nicht allein das Bevölkerungswachstum, sondern in erster Linie Investitionen in Ausbauprojekte, wie zum Beispiel der neue Gotthard-Basistunnel. Mit ihm wird sich die Fahrtzeit ins Tessin dereinst auf unter zwei Stunden verkürzen, was dem Tessiner Tourismus einen gewaltigen Schub geben wird.

Der Bahnhof Lausanne wird übernächstes Jahr für 1,2 Milliarden Franken umgebaut. Und in Genf steht ein Grossprojekt an, das die französische Stadt Annemasse mit Genf verbinden soll. Die SBB müssen die Bauprojekte Jahre im Voraus aufgleisen, um die Wachstumsraten bewältigen zu können. Allerdings ist die Explosion bei den Kundenzahlen auch eine lukrative Chance. Denn wachsen die Bahnhöfe, steigen auch die Werte der naheliegenden SBB-Immobilien. Davon wollen die SBB vermehrt profitieren. 100 Projekte für Wohnungen, Arbeitsplätze, Hotels und Shoppingflächen befinden sich zurzeit in der Pipeline.

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