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A400M-Überlebender berichtet von Triebwerkschaden

Der A400M ist eines der modernsten Transportflugzeuge der Welt – doch nach dem Absturz werden die Testflüge ausgesetzt. Ein überlebender Airbus-Mitarbeiter macht Angaben zur möglichen Absturzursache.

Die Maschine stürzte unmittelbar nach dem Start ab und zerschellte am Boden: Feuerwehrleute im Einsatz nach dem Unfall. (9. Mai 2015)
Die Maschine stürzte unmittelbar nach dem Start ab und zerschellte am Boden: Feuerwehrleute im Einsatz nach dem Unfall. (9. Mai 2015)
Cristina Quicler, AFP
Der Airbus A400M ist ein grosses, propellergetriebenes Transportflugzeug. Verschiedene Länder, darunter Spanien und Deutschland, haben Exemplare des Transporters bestellt: Ein A400M landet in Sevilla. (11. Dezember 2009)
Der Airbus A400M ist ein grosses, propellergetriebenes Transportflugzeug. Verschiedene Länder, darunter Spanien und Deutschland, haben Exemplare des Transporters bestellt: Ein A400M landet in Sevilla. (11. Dezember 2009)
Bertrand Guay, AFP
Dieses Bild veröffentlichte die Feuerwehr von Sevilla nach dem Absturz.
Dieses Bild veröffentlichte die Feuerwehr von Sevilla nach dem Absturz.
Twitter/@BOMBEROSSEVILLA
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Der Absturz des neuen europäischen Militärtransporters A400M in Spanien wurde laut einem Medienbericht offenbar durch Triebwerksschäden verursacht. Dies sei am Sonntag am Rande eines Treffens der Verteidigungsminister Frankreichs, Deutschlands und Spaniens im französischen Lorient bekannt geworden, berichtete «Spiegel Online».

Einer der beiden überlebenden Airbus-Mitarbeiter an Bord habe den Behörden von einem «multiplen Triebwerksversagen kurz nach dem Start» berichtet. Der Schwerverletzte, der aus der abgestürzten Maschine gerettet wurde, bevor sie ausbrannte, sei bisher nur kurz befragt worden, hiess es in dem Bericht. Der für die Türkei bestimmte A400M war am Samstag gegen 12.45 Uhr bei Sevilla mit sechs Spaniern an Bord zu seinem ersten Flug gestartet, wie Airbus mitteilte. Etwa 15 Minuten später krachte das Propeller-Flugzeug mit einer Spannweite von gut 42 Metern nördlich des Flughafens auf ein Feld, die Maschine brannte aus. Nach dem Unglück eilten drei Bauern zu der Maschine und retteten zwei Insassen schwer verletzt. Die Besatzung hatte zuvor einen Notruf abgesetzt.

Neue Erkenntnisse zum Absturz des A400M. (Video: Reuters)

Am Sonntag wurden die beiden Flugschreiber der Maschine gefunden, wie die Regierung mitteilte. Es war das erste tödliche Unglück eines A400M, der vor 13 Jahren von sieben Nato-Staaten als Ersatz für die veralteten Transall-Maschinen in Auftrag gegeben worden war. Zur möglichen Ursache machte Airbus zunächst keine Angaben.

Nach dem ersten Absturz des neuen europäischen Militärtransporters Airbus A400M in Spanien haben Deutschland, Grossbritannien und die Türkei ihre Testflüge mit der Maschine gestoppt. Die Maschine der Luftwaffe bleibe am Boden, bis Airbus die Absturzursache geklärt habe, sagte ein Sprecher der deutschen Streitkräfte.

Die Maschine stürzte unmittelbar nach dem Start ab und zerschellte am Boden: Feuerwehrleute im Einsatz nach dem Unfall. (9. Mai 2015)
Die Maschine stürzte unmittelbar nach dem Start ab und zerschellte am Boden: Feuerwehrleute im Einsatz nach dem Unfall. (9. Mai 2015)
Cristina Quicler, AFP
Der Airbus A400M ist ein grosses, propellergetriebenes Transportflugzeug. Verschiedene Länder, darunter Spanien und Deutschland, haben Exemplare des Transporters bestellt: Ein A400M landet in Sevilla. (11. Dezember 2009)
Der Airbus A400M ist ein grosses, propellergetriebenes Transportflugzeug. Verschiedene Länder, darunter Spanien und Deutschland, haben Exemplare des Transporters bestellt: Ein A400M landet in Sevilla. (11. Dezember 2009)
Bertrand Guay, AFP
Dieses Bild veröffentlichte die Feuerwehr von Sevilla nach dem Absturz.
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Es gab zunächst keine Anhaltspunkte dafür, ob das Unglück auf technisches Versagen oder auf einen Pilotenfehler zurückging. Zwei Flugschreiber wurden am Sonntag geborgen und dem zuständigen Ermittlungsrichter übergeben. Für den Hersteller Airbus bedeutet der Crash einen schweren Rückschlag. Die viermotorige Turboprop-Maschine ist eines der modernsten militärischen Transportflugzeuge der Welt. Das Vorhaben, dessen Kosten auf 25 Milliarden Euro beziffert wurden, gilt als einer grossen Problemfälle in der europäischen Verteidigungspolitik.

Technische Schwierigkeiten und Streitigkeiten um die Finanzierung hatten den Bau der - vom Militär dringend benötigten - Flugzeuge um mehrere Jahre verzögert. «Das Unglück von Sevilla wird Folgen für die europäische Rüstungsindustrie haben», titelte die Zeitung «El País». Airbus will die Testflüge mit der Militärmaschine trotz des Absturzes fortsetzen. Der nächste Erprobungsflug werde wie geplant am Dienstag im französischen Toulouse stattfinden, sagte ein Sprecher des europäischen Luftfahrtkonzerns am Sonntagabend.

Montage in Sevilla

In Sevilla werden die Transportflugzeuge montiert und getestet, ehe sie an die Luftstreitkräfte diverser Staaten übergeben werden. Airbus hat den A400M bislang an fünf Staaten ausgeliefert: Grossbritannien, Malaysia, Deutschland, Frankreich und die Türkei. Deutschland hat bisher einen A400M bekommen und insgesamt 53 Maschinen bestellt. Die Briten hatten im November 2014 zwei A400M erhalten und insgesamt 22 bei Airbus bestellt.

Die spanische Zeitung «ABC» berichtete unter Berufung auf Luftfahrtkreise, der Pilot habe gleich nach dem Start zu dem ersten Testflug der Maschine darum gebeten, zum Flughafen von Sevilla zurückkehren zu dürfen. Dies sei ihm aber nicht mehr gelungen.

sda/AFP/thu/chk

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