64 Valiant-Filialen bald ohne Schalter

Die Regionalbank Valiant schliesst in 64 von 85 Filialen die klassischen Bankschalter. So will sie 4 bis 5 Millionen Franken pro Jahr sparen, ohne Angestellten zu kündigen.

In der Filiale der Valiant Bank in Brugg (AG) werden seit Januar 2017 Beratungen via Bildschirm durchgeführt. (Archivbild)

In der Filiale der Valiant Bank in Brugg (AG) werden seit Januar 2017 Beratungen via Bildschirm durchgeführt. (Archivbild) Bild: Alexander Wagner

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Nicht nur die klassischen Poststellen schwinden, auch Banken schliessen Schalter. Ihr Argument: Immer mehr Kundinnen und Kunden erledigen einfache Bankgeschäfte selber am Automaten oder online. «Die Anzahl Transaktionen an unseren Schaltern ist allein in den letzten zwei Jahren um rund 25 Prozent gesunken», sagte Valiant-Chef Markus Gygax am Donnerstag in der Telefonkonferenz zum Halbjahresergebnis. «Wir müssen das Thema angehen, überstürzen aber nichts.» Gygax kündigte so einen weitreichenden Einschnitt an. In den nächsten fünf Jahren sollen in 64 Filialen die Schalter verschwinden.

Bemerkenswert: Standorte würden keine aufgegeben, und Kündigungen seien nicht vorgesehen, versicherte der Bankchef. Vom Umbau betroffenen sind 110 Mitarbeitende, die sich 65 Vollzeitstellen teilen. Ein Teil soll zu Kundenberatern geschult werden, die restlichen können ins Kundencenter wechseln oder in die 20 Hauptgeschäftsstellen, wo die Schalter erhalten bleiben. Valiant rechnet auch mit freiwilligen Abgängen.

Zudem will Gygax das Filialnetz weiterhin um zwei Standorte pro Jahr erweitern. In Brugg AG hat Valiant Anfang Jahr eine Pilotfiliale ohne Schalter eröffnet. Begrüsst wird man dort am Bildschirm von einem Mitarbeitenden aus dem Kundencenter. Das werde gut akzeptiert, sagte Gygax. Für persönliche Gespräche stehen weiterhin Kundenberater zur Verfügung. Ein- und Auszahlungen erfolgen am Bancomaten.

Tests in Wohlen und Neuenegg

Das Modell ohne Schalter soll nun auf drei Viertel der Filialen ausgeweitet werden. Zuerst an den Berner Standorten in Wohlen und Neuenegg sowie in Buchrain LU. «Wir wollen herausfinden, was funktioniert und was nicht», sagte Gygax. Denn es geht nun um den Umbau bestehender Filialen. So ist laut Gygax zu prüfen, wie der Bargeldverkehr mit den KMU, die Nachttresore und die Safes weitergeführt werden.

Valiant will mit dem Umbau 4 bis 5 Millionen Franken pro Jahr einsparen. Dies bei einmaligen Investitionen von 10 Millionen Franken. Im laufenden Jahr ist Valiant plangemäss unterwegs. Gygax rechnet weiterhin mit einem Gewinn in Vorjahreshöhe. Im ersten Semester ist der Überschuss um 1 Prozent auf 52,2 Millionen Franken gestiegen. Dies, obwohl mit dem Zinserfolg die wichtigste Gewinnquelle praktisch unverändert blieb. Dafür wuchs der Beitrag aus der Beteiligung an der RBA-Holding. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.08.2017, 18:42 Uhr

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