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Unctad kritisiert Spekulationen an den Rohstoffmärkten

Finanzspekulationen dominieren immer mehr die Rohstoffmärkte.

Bei diesen habe die Preisentwicklung inzwischen nichts mehr mit grundlegenden ökonomischen Daten zu tun, kritisierte die UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) am Dienstag in Genf. Finanzinvestoren, enttäuscht von der Entwicklung der Aktienmärkte in den vergangenen Jahren, versuchten ihre Risiken zu diversifizieren, indem sie ihr Kapital an den Rohstoffmärkten investierten, erklärte Unctad-Direktor Heiner Flassbeck in Genf. Eine Studie der UNO-Organisation zeigt, dass es 2002 keine Korrelation zwischen der Entwicklung der Aktienmärkte, des Ölpreises und des Rohstoff-Index von Standard & Poor's Goldman Sachs (SPGSCI) gab. In den ersten sieben Monaten 2012 hingegen verliefen die drei Kurven streng parallel. Es gebe nur eine einzige Erklärung für diese starke Korrelation, nämlich der Einfluss der Finanzmärkte, stellte Flassbeck fest. Die Erdölpreise und die anderen Rohstoffpreise würden sich nicht mehr nach den Prinzipien von Angebot und Nachfrage entwickeln, sondern nach den Erwartungen und Berechnungen der Investoren. Die Aktiven auf den Rohstoffmärkten seien von einem Wert von 10 Milliarden Dollar vor rund zehn Jahren auf einen Rekordwert von 450 Milliarden im April 2011 gestiegen. Das Volumen der Finanztransaktionen liege derzeit 20 bis 30 mal höher als die effektive Produktion, stellt die Unctad fest. Die Finanzakteure würden in der Regel die gleichen Entscheidungen treffen, weil sie über die gleichen Informationen verfügten, erklärte Flassbeck. Sie hätten damit einen beträchtlichen Einfluss auf die Preisentwicklung. Abrupte kurzfristige Änderungen könnten nicht mit Veränderungen von Angebot und Nachfrage erklärt werden. Die Unctad übt scharfe Kritik vor allem an der Unsicherheit, die durch die Spekulation der Investoren bei den erneuerbaren Energien provoziert wird. Sie wünscht sich grössere Transparenz auf den Rohstoffmärkten und plädiert für Interventionen von Regierungen an den Rohstoffmärkten, um dort normale Verhältnisse wieder herzustellen.

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