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um Libor-Manipulationen bricht im Sommer 2012 aus

Berichte über Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor hat es schon früher gegeben.

Die UBS brachte sich und andere globale Grossbanken mit einer Selbstanzeige Anfang 2012 selbst in die Schlagzeilen. Im grossen Stil brach der Sturm im vergangenen Sommer aus. 3. Februar 2012 Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) gibt bekannt, dass sie gegen die Grossbanken UBS und Credit Suisse (CS) sowie gegen zehn ausländische Banken eine Untersuchung eröffnet hat. Es geht um angebliche unerlaubte Absprachen bei Referenzzinssätzen wie dem Libor und beim Handel mit Finanzprodukten. Die Weko handelt aufgrund einer Selbstanzeige der UBS. In den folgenden Monaten nehmen primär die Behörden der Europäischen Union, Grossbritanniens in der USA mehr als ein Dutzend Grossbanken ins Visier. 27. Juni 2012 Die britische Grossbank Barclays muss den Behörden in den USA und in Grossbritannien 290 Millionen Pfund (rund 430 Millionen Franken) bezahlen. Barclays habe zwischen 2005 und 2009 versucht, sich im Handel mit hochkomplexen Derivaten Vorteile zu verschaffen, in dem sie durch ihre Eingaben die Berechnung von Referenzzinsen wie dem Libor manipuliert habe, heisst es in der Begründung für die Strafe. Bei Barclays rollen daraufhin die Köpfe. Chairman Marcus Agius tritt am 2. Juli zurück. Nach lauten Forderungen unter anderem aus der britischen Politik geht am Tag darauf Konzernchef Bob Diamond. 4. Juni 2012 Der Skandal erfasst die Bank of England. Ex-Barclays-Chef Bob Diamond behauptet, die britische Notenbank habe die Banken zu Libor-Manipulationen ermutigt. Einige Tage später wird bekannt, dass die USA die Bank of England bereits 2008 gedrängt haben, Änderungen bei der Festsetzung des Libors anzuregen. 30. Juli 2012 Die seit der Finanzkrise grösstenteils dem britischen Staat gehörende Royal Bank of Scotland gibt ihre Verwicklung in die Libor-Manipulationen zu. Die UBS, im Zusammenhang mit dem Skandal häufig genannt, schweigt zu diesem Zeitpunkt zu den Vorwürfen. Der Skandal dominiert in den darauffolgenden Wochen die internationale Finanzpresse. 18. August 2012 Ein britischer Parlamentsausschuss erhebt in einem Bericht Vorwürfe gegen Bob Diamond, der nach seiner Entlassung nur punktuell zu den Vorgängen Stellung bezogen habe. Bei Barclays stellt die Kommission erhebliche Mängel in der Unternehmenskultur fest. Der Skandal beschäftigt die Aufsichts- und Wettbewerbsbehörden mehrerer Länder. Zu den Banken, die im Visier stehen, gehören beispielsweise auch die britische HSBC, die Deutsche Bank, die französische Société Générale oder die grösste Bank Japans, die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. Finanzhäuser entlassen fehlbare Händler, zum Teil kommt es auch zu Verhaftungen. Die Banken geloben, den Mitarbeitern ehrliche Geschäftspraktiken einzubläuen. Es gibt ebenfalls Diskussionen um die Zukunft des Libors, der von der British Bankers Association täglich durch eine Umfrage bei Banken zu möglichen Zinssätzen im Interbankenmarkt ermittelt wird. 19. Dezember 2012 Die UBS gibt bekannt, dass sie im Zusammenhang mit den Libor-Manipulationen etwa 1,4 Milliarden Fr. an die amerikanischen, britischen und schweizerischen Behörden zahlt. Es ist die zweithöchste Strafe, die jemals gegen eine Bank verhängt worden ist - ebenfalls im Dezember 2012 wurde bekannt, dass die HSBC im Zusammenhang mit Geldwäscherei und der Umgehung von Sanktionen 1,9 Milliarden Dollar an die US-Behörden zu zahlen bereit ist. Offenbar steht auch die Royal Bank of Scotland wegen des Libor-Skandals vor einer Einigung mit den Behörden. Berichten zufolge dürfte die Strafe um die 430 Millionen Dollar betragen.

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