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«Die Nerven bei den Anlegern liegen blank»

Die Corona-Angst lastet auf den Börsen: Europaweit gehts happig abwärts, der SMI verliert 4 Prozent.

Hektik an den Märkten: Bereits gestern ging es an der New York Stock Exchange mit einem weiteren Kursrutsch nach unten wieder los. Foto: Reuters
Hektik an den Märkten: Bereits gestern ging es an der New York Stock Exchange mit einem weiteren Kursrutsch nach unten wieder los. Foto: Reuters

Die Furcht vor einem weltweiten Konjunkturabschwung wegen der Coronavirus-Epidemie hat die Börsen wieder fest im Griff. «Die Nerven bei den Anlegern liegen blank», sagte ein Analyst. «Die jetzt angekündigten finanziellen Hilfsmassnahmen machen deutlich, wie ernst Notenbanken und Regierungen die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie einschätzen. Ob sie allerdings ausreichen werden, eine Rezession in wichtigen Teilen der Welt zu verhindern, ist fraglich.»

Sämtliche Börsen in Europa stehen tiefrot im Minus. Der Schweizer Aktienindex SMI verliert bis Börsenschluss 4 Prozent. «Bisher haben in erster Linie Profi-Anleger verkauft», sagte George Alevrofas, Anlagechef des Vermögensverwalters VT Wealth Management. «Inzwischen stossen aber vor allem nervöse Privatanleger Aktien ab.»

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Einige Börsianer bezweifeln, dass Zinssenkungen oder die Ankündigung von Konjunkturprogrammen den Börsen die erhoffte Entspannung brächten. Stattdessen schüre der Aktionismus Nervosität. «Das billige Geld und die milliardenschweren Hilfspakete können nur die Symptome lindern, die Ursache bekämpfen sie nicht», sagt ein weiterer Analyst.

Auslöser des «Race to the bottom» bei den Zinsen war die unerwartete und deutliche Senkung der Leitzinsen der US-Notenbank Fed um einen halben Prozentpunkt am Dienstag. Und dies dürfte noch nicht das Ende gewesen sein, am Markt werden weitere Zinsschritte erwartet.

Befeuert wurde die Spekulationen vom Fed-Notenbanker Robert Kaplan. Dieser bezeichnete die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA als zentralen Faktor bei der nächsten Zinsentscheidung.

Als Folge fliehen die Anleger in sichere Häfen, wozu der Schweizer Franken, Gold sowie amerikanische Staatsanleihen gehören. Dies macht den ohnehin schon unter der Tiefzinssituation und Strafzinsen leidenden Banken das wirtschaftliche Leben noch schwerer, denn sinkende Renditen bedeuten mehr Druck auf den Margen.

Dollar fällt zum Franken auf tiefsten Stand seit März 2018

Am Devisenmarkt deckten sich Investoren mit dem Schweizer Franken ein. Dies drückte den Kurs des Dollar auf ein Zwei-Jahres-Tief von 0,9391 Franken. Die US-Valuta stand insgesamt unter Druck.

Der Zinsvorsprung des amerikanischen Dollar schrumpft. Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins am Dienstag zwecks Eindämmung der Corona-Folgen überraschend und deutlich um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Fachleute rechnen mit weiteren Reduzierungen. Anlagen in Dollar werden damit weniger lukrativ, was auf der US-Währung lastet.

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(sda/reuters)

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