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Tepco will trotz Fukushima-Unglücks vorerst an Atomkraft festhalten

Tokio Für die neue Leitung des quasi verstaatlichten japanischen Energiekonzerns Tepco ist die Atomkraft weiterhin eine wichtige Säule des Geschäfts.

«In den kommenden fünf bis zehn Jahren ist Tepco nicht ohne Atomenergie vorstellbar», sagte Verwaltungsratschef Kazuhiko Shimokobe am Donnerstag. «Wir werden aber nicht weitermachen, ohne Sicherheitsgarantien abzugeben und die Menschen vor Ort einzubinden», fügte er mit Blick auf die verschiedenen Kraftwerke des Unternehmens hinzu. Berichten japanischer Medien zufolge will der Konzern zudem seine Expertise nicht mehr ins Ausland verkaufen. Tepco werde Pläne zur Belieferung und zum Betrieb zweier Atomkraftwerke in Vietnam zurücknehmen, berichtete die Zeitung «Mainichi Shimbun» am Donnerstag. Es sei angesichts der Probleme im Inland «unmöglich», an den geplanten Exporten festzuhalten, zitierte die Zeitung den neuen Tepco-Präsidenten Naomi Hirose. Tepco hat eine neue Führung, seit seine Aktionäre am Mittwoch zustimmten, das Unternehmen quasi zu verstaatlichen. Sie genehmigten eine Kapitalerhöhung, bei der Aktien im Wert von umgerechnet rund zehn Milliarden Euro an den staatlichen Fonds zur Entschädigung der Opfer der Atomkatastrophe vom März 2011 ausgegeben werden. Der Staat hält dadurch zunächst 50,11 Prozent an Tepco. Dies kann er zu einer Mehrheit von 75,84 Prozent ausbauen und den Atomkonzern dann komplett kontrollieren. Damit kann der Staat unter anderem den Unternehmenskurs bestimmen. Tepco ist seit der Atomkatastrophe von Fukushima ruiniert. Der Konzern muss die mehr als 1,5 Millionen Opfer des Reaktorunglücks entschädigen und Fukushima abschreiben. Auch die Kosten für die Aufräumarbeiten trägt Tepco. Dazu kommt, dass das Unternehmen weiterhin für die Energieversorgung in Teilen des Landes zuständig ist, einschliesslich der Millionenmetropole Tokio. Da derzeit kein Atomreaktor des Konzerns mehr am Netz ist, muss Tepco diese Versorgung über zum Teil recht alte Öl- und Gaskraftwerke leisten.

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